In der Reihe
Münchner Köpfe bei sueddeutsche.de ist nun die dritte Audio-Slideshow von mir erschienen. Für das Portrait von dem Kneipenbesitzer und Dokumentarfilmer Wolfgang Ettlich habe ich erstmals die Methode "Phototermin nach Tonschnitt" ausprobiert. Zuerst habe ich Wolfgang ins Mikro über seinen Schnittraum, seine Kneipe und "sein" Schwabing sprechen lassen. Abends dann einen Rohschnitt erstellt und dann am nächsten Tag konkret dafür photographiert. Hat wunderbar funktioniert und war fast die schnellste Variante bisher. Schön ist vor allem, dass die lockere Berliner Schnauze dabei erhalten blieb. Allerdings: Für einmalige Szenen sollte man die Kamera immer umhängen haben. Denn die Photos von der Bühnenprobe habe ich doch lieber gleich gemacht, nachdem Wolfgang dort hineingepoltert war.
Veröffentlicht am 28. Oct. 2008. in [/Eigene_Projekte]
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Seit ein paar Tagen ist bei sueddeutsche.de ein weiterer Beitrag zur Reihe Münchner Köpfe von mir online: Eine Audio-Slideshow zu Dietmar Holzapfel, dem Betreiber der Deutschen Eiche, die im Münchner Schwulenviertel eine echte Institution mit Geschichte ist. Es war gar nicht so leicht, sowohl die Geschichte des Hotels als auch ein Portrait des Betreibers unterzubringen. Aber trotzdem habe ich mich dafür entschieden, in der Mitte eine längere Strecke nur mit Atmo zu lassen, in der nicht gesprochen wird. Die Atmosphäre in der Schwulensauna war einfach zu interessant und sonderbar für jemanden, der die Szene nicht kennt. Gut funktioniert hat die Kombination von "leeren" Bildern, die dann durch Ton mit Leben gefüllt werden. In meinem Aufsatz im "journalist" hatte ich das bereits als Stärke der Audio-Slideshow beschrieben, da sie so die Phantasie des Zuschauers stärker einbeziehen kann. In diesem intimen Bereich wollte ich ohnehin nur mit Andeutungen arbeiten und die Geräusche eines Paares im Keller, die zwar für alle Anwesenden quasi-öffentlich waren, waren mir fast schon zu viel - aber schließlich wollte ich doch klar ausdrücken, was hier unten passiert.
Für die eineinhalb Stunden, die ich nur mit einem Handtuch bekleidet in der Vorhölle für Heteros unterwegs war, erwarte ich übrigens einen Pulitzer für investigativen Journalismus. Mindestens.
Veröffentlicht am 23. Sep. 2008. in [/Eigene_Projekte]
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Vor einigen Tagen ist meine neueste Audio-Slideshow bei sueddeutsche.de erschienen:
Der letzte Kinoplakat-Maler. Die Reportage ist Auftakt zu einer neuen Reihe "Münchner Köpfe" bei sueddeutsche.de, in der demnächst weitere Reportagen (und vielleicht auch noch ein oder zwei Audio-Slideshows von mir) erscheinen.
Diese Audio-Slideshow habe ich erstmals so erstellt, dass ich dem Protagonisten am Ende meine Photos auf dem Laptop gezeigt habe und er dann dazu erzählt hat, was er macht. Die Arbeitsweise hat sehr gut funktioniert. Das freie Interview, das ich vorher gemacht habe, litt unter sehr vielen Bezügen in die Vergangenheit und einigen theoretischen Reflektionen, die nicht durch Photos gestützt werden konnten.
Die Produktion war diesmal extrem zeitintensiv: Zum einen malt der Plakatmaler René Birkner teilweise mehrere Tage an seinen Kopien, so dass ich drei Tage bis tief in die Nacht in seinem Atelier verbrachte. Aber René war ein ganz toller Mensch und die Gespräche zwischen den Dreharbeiten waren wirklich eine Bereicherung. Zum anderen hatte René aber die Eigenschaft, bei offenem Mikro entweder Satzanfänge oder Satzenden oder beides wegzulassen, und das hat mich beim Audioschnitt später an den Rand der Verzweiflung getrieben. Damit man sich das vorstellen kann, habe ich hier eine besonders schöne Stilblüte von René:
Man kann eigentlich nicht mehr rekonstruieren, welche Nano-Bestandteile aus diesem Statement über das Kiechlowski-Plakat später in der Audio-Slideshow mitwirken. Der Vorwurf trifft natürlich vor allem mich: Ich habe es irgendwie nicht geschafft, die Aufnahmesituation so unauffällig und natürlich zu gestalten, dass René ohne Anspannung über seine Arbeit sprechen konnte. Vielleicht könnte hier ein Ansteckmikro helfen...
Veröffentlicht am 17. Aug. 2008. in [/Eigene_Projekte]
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Catcam war gestern, jetzt kommt die Paketcam: Für jetzt.de habe ich einen Fotoapparat, der automatisch Bilder schießt, in ein Paket eingebaut und nach Berlin geschickt.
Veröffentlicht am 25. May. 2008. in [/Eigene_Projekte]
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Bei Spiegel Online ist heute meine Audio-Slideshow erschienen, die über den Verbleib der Spendengelder in einem indischen Fischerdorf berichtet. Im folgenden werde ich ein paar Erfahrungen mit diesem Medium zusammenfassen.
Begonnen habe ich die Reportage mit einer klaren Idee: Ich wollte zeigen, was für wieviel Spendengelder gekauft wurde. Mit diesem Konzept habe ich mich an Matthias Laubscher gewandt, den ich aus meiner Promotionszeit an der Uni München kenne. Wir haben dann einige Beträge ausgewählt, die sich gut für Photo und Ton eignen. Später zeigte sich allerdings, dass die Spendenaktion komplexer ist als ich dachte, weil sie mittlerweile wie eine langfristige Entwicklungshilfe funktioniert. Diese Nachricht musste ich unbedingt unterbringen. Persönliche Details über die Fischer oder Matthias Laubscher musste ich zu Gunsten von diesem Plot völlig ausblenden.
Der Aufwand vor Ort war größer, als man vielleicht denkt. Ich musste zahlreiche Termine vereinbaren, damit ich Photos und Tonaufnahmen von den Aktivitäten rund um die Schule machen konnte. Einen Tag war ich bei den Fischern im Dorf, einen halben Tag habe ich die Kinder beim Essen und die Nähschule besucht und mir Details zum Spendenprojekt erklären lassen. Am dritten Tag Tag habe ich die Bild- und Tonaufnahmen des Mädchens mit den Schulheften gemacht. Sie ist einer der Höhepunkte der Reportage, finde ich. Am Nachmittag musste ich warten bis der Physiotherapeut und das Auto mit den behinderten Kindern kam. Am Abend des dritten Tages habe ich Raman bei seiner Puja aufgenommen.
Momentan arbeite ich mit einer Canon EOS 30D, dem WAV-Recorder Fostex FR-2LE, einem Monomikro (AKG D230), einem Stereomikrofon (Roede NT4) und einem kleinen Stativ.
Nachdem meine andere Slideshow aus Indien über ein deutsches Mädchen aus der spirituellen Siedlung Auroville nicht nur wegen schlechten Photos, sondern auch wegen einem grundsätzlichen Fehler in der Narration nicht sendefähig war, habe ich mir den Kopf zerbrochen darüber, wie die Reportage optimal aufgebaut werden sollte. Ich wollte Zeitsprünge vermeiden und die Geschichte in dem Raum und der Zeit belassen, aus der auch die Photos stammen. Intuitiv wollte ich den Text aber immer mit der Katastrophe beginnen: "Als am 26.12.2004 ein Tsunami blabla, spendeten Millionen Deutsche". Aber ich hatte keine Bilder von der Katastrophe und wollte besonders darauf achten, dass jedes Bild mit dem Text korrespondiert. Der Trick war schließlich, zuerst das heutige Fischerdorf in der Erzählung zu etablieren, und dann eine ganz kurze Rückblende im Plusquamperfekt auf die Katastrophe zu machen: "Der Tsunami hatte alle Hütten und einen Großteil der Boote zerstört." Hilfreich ist außerdem, dass ich keine O-Töne habe, die wild in die Vergangenheit referenzieren. Während der Film solche Zeitsprünge mit sprechenden Protagonisten und Schnittbildern unterlegt, scheitert die Audioslideshow daran, dass sie O-Töne nicht als gegenwärtig wahrgenommene Erzählsituation wiedergeben kann. Die stehenden Bilder einer Interviewsituation bilden immer eine eigene Vergangenheit, sie werden nicht gegenwärtig wahrgenommen als würde der Zuschauer selbst dem Protagonisten zuhören. Ich habe noch keine Idee, wie die Audioslideshow mit O-Tönen umgehen kann, die in die Vergangenheit gehen, wenn es für diese Passagen keine Photos gibt. Bei nächster Gelegenheit werde ich eine essayistische Slideshow erstellen, bei der ich als Reporter vorkomme und zur Vergangenheit der Bilder und O-Töne vermittle. Zum Beispiel: "Herr Müller erzählte viel aus seiner Jugend." O-Ton mit Bildern von der Aufnahmesituation: "Ich bin in einem sogenannten Glasscherbenviertel aufgewachsen".
Ich habe den Song "Backwards" von Hans Christian bei Magnatune.com für Verwendung in einem "Audio-Project" lizensiert. Bei einem Budget von 100$ kostet das etwa 7$, bei einem Budget von 1000$ kostet es 70$. Man kann aber auch direkt mit Teresa von Magantune einen Tarif dazwischen aushandeln. Teresa hat außerdem angekündigt, dass Zwischenstufen geschaffen werden, da kleine journalistische Produktionen oft genau zwischen diesen Werten liegen.
Auch die Produktion war erheblich aufwändiger, als ich zunächst gedacht hatte. Jedes der ca. 40 Bilder in der Slideshow musste einzeln bearbeitet werden. Die zwölf O-Töne, die die Bilder lebendig werden lassen, mussten ebenfalls einzeln bearbeitet und geschnitten werden. Da die Software Soundslides nur eine Ton-Spur erlaubt (ein ganz großer Nachteil!), muss die Tonspur im Schnittporgramm ständig angepasst werden, wenn man Bilder in der Zeitleiste von Soundslides verschiebt. Ein klares Drehbuch, in dem bereits Bilder neben dem Text stehen, vermeidet zu viele Änderungen bei der Produktion. Weil ich erst eine Rohfassung produziert habe und erst nach erneuten Textänderungen die Endfassung, hatte ich einen Aufwand von einigen Arbeitstagen. Ich denke aber nicht, dass ein geübter Journalist eine gute Audioslideshow mit Atmo in weniger als acht Stunden produzieren kann.
Nach der Produktion habe ich meine Reportage an Jens Radü gesendet, der bei Spiegel Online für Multimedia zuständig ist und mich vor einigen Monaten auf Audio-Slideshows angesprochen hatte. Dort hat ein professioneller Sprecher meinen Text gesprochen und ich musste die Tonspur und die Bilder erneut anpassen. Außerdem ergaben sich noch einige technische Hürden, bis die Slideshow auf dem Server war. Ich kann jedem Journalisten empfehlen, Slideshows mindestens zwei Wochen vor einem geplanten Sendetermin einzureichen. Die Redaktionen sind nicht auf solche Medien vorbereitet.
Multimedia-Journalismus steht ganz am Anfang. Will man hier weiterkommen, muss man einen enormen Idealismus aufbringen und darf sich nicht von technischen und institutionellen Widerständen abschrecken lassen. Ich hatte enorme Ausgaben für die Aufnahmegeräte und mein Mini-Tonstudio. Ich habe in Indien geschwitzt, mich mit Rikschafahrern gestritten, wurde fast von einem Moped angefahren, habe mir meine Kamera klauen lassen und für die Mücken geblutet. Hätte ich nicht Matthias Laubscher gekannt, hätte ich noch mehr Zeit benötigt, um überhaupt Einblick in die Verhältnisse vor Ort zu bekommen. Dann habe ich einen Tag am Text gefeilt, mehrere Tage an den Bildern und am Ton gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden mit der Slideshow, die so locker daherkommt als wäre sie in zwei Stunden produziert worden. Das Gehalt, das war von Anfang an klar, kann hier nur symbolisch sein. Für die Zukunft gilt aber: Wenn Multimedia-Journalismus öfters zu sehen sein soll, dann müssen beide Seiten nachlegen: Ich als Journalist muss so ein Ding im Normalfall innerhalb von 1-2 Tagen erledigt haben. Und die Redaktion muss diese 1-2 Tage zahlen. Und nicht nur ein paar Stunden.
Ich bedanke mich nochmal bei Matthias Laubscher und Raman für die geduldige Unterstützung bei diesem Projekt. Genauere Informationen zu seiner Spendenaktion finden sich unter linkhilfe.de. Außerdem danke ich Jens Radü von Spiegel Online, der sich sehr bemüht hat, damit die Reportage pünktlich und in guter Qualität bei Spiegel Online erscheint.
Veröffentlicht am 26. Dec. 2007. in [/Eigene_Projekte]
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Veröffentlicht am 08. Oct. 2007. in [/Eigene_Projekte]
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Ich freue mich, dass ich für das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, jetzt.de, eine Multimedia-Reportage in meiner Technik erstellen konnte.
Warum sah Henriette den Elfmeter nicht? erzählt die Geschichte von den Passanten am Münchner Thierschplatz, die das Finale verpasst haben.
Ich bin gespannt, wie die Leser das ungewohnte Format aufnehmen. Für mich war es wichtig zu zeigen, dass die Technik alltagstauglich ist. Ich habe die Reportage nach dem Finale innerhalb von acht Stunden nahezu ohne Hilfe zusammengestellt und sie am Morgen veröffentlicht.
Update 2008: Links geupdated, Reportage liegt jetzt nur noch auf meinem Server.
Veröffentlicht am 10. Jul. 2006. in [/Eigene_Projekte]
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