Schloss auf einem Hügel
Rufposten
 
Text. Bild. Ton.
Diese Seite berichtet von München aus über Multimedia, digitales Storytelling und Kunst im Netz. Und stellt eigene Entwicklungen in diesem Bereich vor.

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Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, auf einer der ersten Seiten im WWW.





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Kategorie "Beste Web-Reportage"

Deutscher Reporter Preis 2009

reporter_preis_stift.jpg

Gestern abend wurde ich für mein Portrait der Szenekneipe X-Cess mit dem Deutschen Reporterpreis 2009 ausgezeichnet. Wie manche bemerkt haben, habe ich mich darüber wahnsinnig gefreut: Für mich fühlte es sich so an, als wären mit einem Schlag alle meine Bemühungen der letzten fünf Jahre gewürdigt worden, nicht nur eine einzelne Reportage:

Am Anfang z.B. meine glücklosen Versuche, Ton in einen scrollbaren Text hineinzubekommen. Dieses Format habe ich zuerst an einem Prototypen, später an einer Testreportage über den Hauptbahnhof und dann zum WM-Finale 2006 für das jetzt-Magazin umgesetzt.

Aufsätze zur Audio-Slideshow wie z.B. die Typologie der Audio-Slideshow oder den Unterschieden zwischen Video und Audio-Slideshow. Stundenlanges Grübeln ob die Slideshow ein Medium oder ein Format ist und tagelanges Lesen von medienwissenschaftlichen Aufsätzen und immer wieder die Suche nach Beispielen und die Analyse von Slideshows anderer.

Einer der lustigsten und dämlichsten Experimente war, als ich ausprobieren wollte, ob man auch eine Art Live-Audio-Slideshow machen kann. Dazu habe ich mir eine automatisch auslösende Kamera und ein Aufnahmegerät auf den Kopf montiert und bin nach unten auf die Straße. Testweise auch noch einen Rundgang durch die nächste Wirtschaft. Die Leute schauten sich verwundert um und meine Freunde lachten sich kaputt.
experiment_live_slideshow.jpg


Eine
völlig gescheiterte Slideshow aus Indien, die ich bei bester Mühe nicht so hinbekam, dass man sie verkaufen konnte und nach der mir meine komplette Kameraausrüstung geklaut wurde.

Das sind die Momente, denen ich gestern in meiner Phantasie diesen Preis verliehen habe. Das sollte erklären warum ich mich so gefreut habe. Und ich hoffe, dass mir der Preis die Motivation und auch die finanziellen Möglichkeiten gibt, auch in den nächsten Jahren viele dieser Momente zu haben. Denn nur aus diesen Momenten des Scheiterns entstehen die schönen und leichtfüßigen Reportagen, auf die man als Journalist irgendwann einmal stolz sein kann.

Und hier der original Wortlaut der Jury-Begründung:

Mit dieser Audio-Slideshow gewann Matthias Eberl den Reporterpreis 2009 - Kategorie Online. Eberl porträtiert mit einem Ton amüsanter Beiläufigkeit den Wirt einer Münchner Künstler-Kneipe. Die Jury hat an Eberls Geschichte beeindruckt, dass sie brillant erzählt ist, dass sie bis zum Ende spannend und überraschend bleibt, dass sie ihrer Hauptfigur genug Raum lässt, und, vor allem, dass sie technisch auf hohem Niveau produziert wurde. Mit Bildern, O-Tönen und Geräuschen aus der Kneipe schafft Eberl eine dichte Atmosphäre, die in dieser Form nur im Netz funktioniert, nicht in einer Print-Reportage. Die Jury bedauert, dass diese Reportage auf süddeutsche.de nur in verkürzter Form zu sehen ist.



Mehr Berichte:
Spiegel Online
sueddeutsche.de
Kress.de
Stefan Niggemeier
muenchenblogger

Veröffentlicht am 08. Dec. 2009. in [/Interna] Kommentare: 6


In der Kategorie "Beste Webreportage"

Nominiert für den Deutschen Reporterpreis

x-cess_blaues_maedchen.jpg

Am Montag kam eine kleine unauffällige Email bei mir an, über die ich mich sehr gefreut habe: Das Reporter-Forum teilte mir mit, dass meine Audio-Slideshow über Isi und seine Kultkneipe X-Cess für den Deutschen Reporterpreis 2009, Kategorie "Beste Webreportage" nominiert wurde. Glücklicherweise die unzensierte Version, die mir immer besser gefallen hat und die in den Social Networks des Internets bereits eine gewisse Popularität bekommen hat.
logo_reporterpreis.jpg


Ich freue mich vor allem deshalb, weil ich mir mit multimedialem Journalismus bereits seit vielen Jahren sehr viel Mühe gebe und es immer Momente gab, wo die vereinzelten Schulterklopfer von Kollegen nicht mehr genug motivierten, um an diesem Medium mit der angemessenen Energie weiterzuarbeiten. Die X-Cess-Reportage war so ein Fall, wo ich übermäßig viel Arbeit hineingesteckt hatte: Die zehn Fotos von Leuten in der Kneipe sind etwa das Ergebnis von zwei Abenden, die ich in der Kneipe verbracht habe, weil ich eine bestimmte Stimmung zum Ausdruck bringen wollte und das auch noch ohne Blitz. Und neben der zensierten und der unzensierten Version exisitiert noch eine dritte, kurze Experimentalversion, die nie veröffentlicht wurde. Zur harten Arbeit kam dann das Glück, einen ganz besonderen Charakter portraitieren zu können.

Ich bedanke mich also für diesen gewaltigen Schulterklopfer und freue mich auf die Preisverleihung am 7. Dezember in Berlin, bei der der endgültige Gewinner bekanntgegeben wird. Drückt mir die Daumen!

Deutscher Reporter-Preis 2009: Die zehn Nominierungen in der Kategorie "Beste Web-Reportage" (PDF)

Veröffentlicht am 11. Nov. 2009. in [/Interna] Kommentare: 6


Mein eigenes Studio

Das Noppenschaumwunder

studio_schrank.jpgIkea-Hacks sind ja mittlerweile sehr populär. Auch als Multimedia-Journalist kann man aus seinem alten Ikea-Eckschrank zwischen Waschmaschine und Werkzeug noch was rausholen. Oder besser gesagt, etwas drinlassen, nämlich den Schall. Weil nicht alle Online-Medien so gut ausgerüstet sind wie Spiegel-Online und Multimedia-Beiträge mit einem eigenen Sprecher vertonen, habe ich mir eine kleine Sprechkabine eingerichtet. Einfach mit Noppenschaum (schaumstoff-welt.net) für 20 Euro ausgetackert und ein kleines Tischchen reingeschraubt. Klingt einwandfrei - wenn der Nachbar nicht duscht, die Straßenbahn nicht vorbeifährt und der Audacity-Equalizer bei 110 Hertz runtergezogen wird:


Gelesen aus Valdimir Nabokov: Erinnerung Sprich, S.122

Veröffentlicht am 18. Jan. 2008. in [/Interna] Kommentare: 4


Unterwegs in Indien auf dem Moped

Hellride Indien

Hier ein Video von einer Fahrt auf dem Moped in Indien. Ich saß hinten, wohlgemerkt, denn es braucht schon einen geübten Fahrer, um mit den Hindernissen am Ende des Film klarzukommen.

Veröffentlicht am 23. Sep. 2007. in [/Interna] Kommentare: 0


Arbeit an einer Tsunami-Geschichte

Ein Tag bei den Fischern

Heute habe ich bei Fischern im indischen Bundesstaat Tamil Nadu Photos und Tonaufnahmen für die geplante Tsunami-Audio-Slideshow gemacht. Man glaubt gar nicht, wieviele Würdenträger und Funktionäre in so einem Dorf aktiv sind. Mein Informant, ein indischer Tempelarchitekt, hat sie mir während meiner Arbeit laufend vorgestellt. Jener sei der Präsident des Tempels, dieser der Präsident der Fischer, hier haben wir den Vorsitzenden der Tsunamihilfe, dort den Bürgermeister. Nicht nur in Indien gilt: Respekt vor sozialer Stellung ist wichtig und man kann sich das Wohlwollen von Gruppen schnell verspielen, wenn man nicht kapiert, wer gewürdigt werden muss - auch wenn er für die Reportage keine Rolle spielt. Um nicht arrogant zu wirken, habe ich mich also mit diesen Würdenträgern interessiert unterhalten, Namen notiert und Höflichkeits-Photos gemacht, die ich später mal in einer Reportage über den indischen Schnauzbart verwende. Mein ganz besonderer Freund war aber diese Fischer hier, der früher oder später auf jedem Motiv auftauchte.

ohne Fischerfreund
mit Fischerfreund Neben diesem ganzen Ausschuss sind aber an diesem Tag viele wunderschöne Photos entstanden. Mein absolutes Lieblingsphotos ist das von diesem kleinen Mädchen hier, das leider nach wenigen Minuten in ihre Hütte geflüchtet ist.

indisches Maedchen

Veröffentlicht am 09. Sep. 2007. in [/Interna] Kommentare: 0


Der berühmte Sprung ins kalte Wasser

Start ins Berufsleben

lieber_leser.jpg Erstmal entschuldige ich für die Inaktivität im letzten halben Jahr: Ich habe an der Uni endlich meine Doktorarbeit abgeschlossen und wollte mich in dieser Phase nicht mit Multimedia und Journalismus ablenken. Demnächst geht's hier aber richtig los, ich hoffe, dass ich nun endlich dazukomme, meine ganze Zeit dem Erzählen mit Text, Bild und Ton zu widmen. Am Dienstag geht es mit Aufnahmegerät, Photoapparat und Notizblock nach Indien, dort werde ich einige Reportagen im klassischen Format Audio-Slideshow erstellen, unter anderem über den Stand der Tsunami-Hilfsaktion und über deutsche Jugendliche in der religiös-esoterischen Siedlung Auroville.

Außerdem freue ich mich, dass ich im kommenden Wintersemester an der Uni Bayreuth ein Multimedia-Seminar abhalten darf, in dem ich Studenten der Ethnologie die narrativen und audiovisuellen Möglichkeiten des Internets beibringen werde. Das ganze wird in die fachspezifische Debatte der Repräsentation eingebunden sein und wir wollen herausfinden, welchen Einfluss (vor allem audiovisuelle) Medienformen, Genrekonventionen und Stilmittel auf die Konstruktion von medialer Realität haben.

Veröffentlicht am 26. Aug. 2007. in [/Interna] Kommentare: 4


Neustart im neuen Jahr

Willkommen zurück

neustart_2006.jpg Zum neuen Jahr habe ich eine gute Nachricht für alle Multimedia-Freunde: Der Rufposten wird seine Arbeit wieder aufnehmen.
Mindestens einmal pro Woche werde ich hier wieder über interessante journalistische, künstlerische und technische Projekte oder Entwicklungen, narrative Strategien für multimediale Texte und eigene Projekte berichten. Meine selbstentwickelte, neuartige multimediale Erzählform (altes Beispiel hier) habe ich weiterentwickelt und sie wird es demnächst in einer neuen technische Fassung geben, die das Erstellen und die Steuerung erheblich vereinfacht.
Das Problem mit Kommentar-Spam habe ich auf elegante Weise mit dem Blosxom-Plugin Feedback gelöst, durch das Kommentare von mir freigeschaltet werden müssen, bevor sie erscheinen.
Für einen guten multimedialen Start ins neue Jahr empfehle ich diese schöne Sammlung von 360°-Panoramen, teilweise mit Ton, denen auch das obige Bild vom Londoner Jahreswechsel entnommen ist.
Link via Industrial Technology & Witchcraft
Photo von Tony Pincham.

Veröffentlicht am 06. Jan. 2006. in [/Interna] Kommentare: 2




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