Vuvox Collage ist eine hochinteressante Erfindung, deren Nutzen für den Journalismus noch nicht ganz abschätzbar ist. Fotos und vor allem Ausschnitte aus Fotos werden in einem seitwärts verlaufendem Scroller angeordnet. Zusätzlich können Videos und Töne eingebunden werden, auch Text ist möglich. Auf den ersten Blick erscheint das alles recht verspielt, aber wenn man eine Geschichte darin unterbringt, hat man nicht weniger als ein neues Erzählmedium erfunden, das sich stark am Comic orientiert. Vorteil gegenüber normaler Integration von Ton und Video ist die Aufhebung des zeitlichen Korsetts: Der User steuert selbst die Geschwindigkeit, mit der er die Kollage rezipiert (siehe auch meine Experimente zu einem senkrechten Multimedia-Scroller). Eine weiterer Effekt ist ein völlig anderes Raumgefühl, die Fotos verlieren durch ihre direkte Aneinanderreihung ihre räumliche Verortung, alles erscheint zweidimensional und direkt nebeneinander - das kann ein Problem aber auch eine Chance für die Reportage sein. Bei nächster Gelegenheit sollte man sich mit dem Format auseinandersetzen - so wie das Kollege Stefan Sobotta bereits mit seiner Kollage über das Township Alexandra in Johannesburg gemacht hat.
Veröffentlicht am 16. Sep. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Wow: Was für ein genialer Effekt beim Boston Globe bei der Berichterstattung zur weltweiten Umweltschutzaktion Earth Hour vor einer Woche. Die haben großformatige Bilder von Stadtsilhouetten per Javascript so gestaltet, dass man sie per Mausklick ausschalten kann: Earth Hour 2009
Veröffentlicht am 08. Apr. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Die New York Times experimentiert multimedial immer noch sehr viel: Seit kurzem gibt es dort auch Bilderstrecken, bei denen der Ton optional abgespielt werden kann, wie z.B. bei diesen Portraits: Great Performers. Das bedeutet natürlich auch, dass der Leser die Bilder selbst durchklickt. Interessant - aber funktioniert gar nicht, finde ich. Man ist doch nur damit beschäftigt, Bild und Ton selbst zu synchronisieren. Schön wäre es hingegegen, wenn man Bild und Tonspur auf Wunsch separat steuern könnte - aber eben nur auf Wunsch. Wie wäre es z.B. mit zwei Zeitleisten?
Veröffentlicht am 08. Apr. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Eine ganze Sammlung von guten Audio-Slideshows findet man seit kurzem bei der FAZ: Dort werden die Arbeiten der Praktikanten von der Fachhochschule Hannover vorgestellt - natürlich auch mit einer Audio-Slideshow. Die Audio-Slideshows sind sehr gut - offensichtlich nehmen die Studenten sich mehr Zeit für ihre Arbeit. Z.B. ist die perfekte Ergänzung von Bild, Ton und Sprecher bei "Schläge, Stürze, Schreie" von Felix Seuffert vorbildlich, bei Jesco Denzels "Schlaf wäre gut" gefiel mit die spannende Narration und "Entlang der Donau" von Anna Mutter vermittelt in kurzer Zeit sehr schöne subjektive Beobachtungen und Einblicke in die Menschen - generell einer der großen Vorteile der Audio-Slideshow gegenüber Video.
Alle Audio-Slideshows werden rückblickend und homodiegetisch von den Journalisten erzählt. Diese Form ist allgemein noch selten zu sehen, aber bei der FAZ setzt man diesen Stil öfters ein. In dieser Form können vor allem subjektive Eindrücke erzählt werden, optimalerweise ausgehend von den Bildern, aber diese erweiternd. Manche Reportagen haben einen sehr schönen, lockeren Sprachduktus (z.B. alle oben erwähnte Reportagen), während manche leider etwas abgelesen wirken, wie z.B. "Der Dalai Lama im Hessenpark".
Veröffentlicht am 11. Mar. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Durch einen Hinweis einer Kollegin bin ich kürzlich auf Stefan Sobotta aufmerksam geworden, einem Multimedia-Photographen aus Goslar. Unverständlich, warum er mir noch nicht früher aufgefallen ist, denn das Portfolio an Audioslideshows ist umfangreich: ich kenne keinen Journalisten in Deutschland, der mehr Audio-Slideshows produziert hat, auch längere Magazin-Reportagen aus dem Ausland, u.a. für den Stern, sind darunter.
Die Reportagen überzeugen vor allem durch gute Photos, so z.B. Ice Road (über eine LKW-Trasse in Kanada aus Eis). Aber auch erstaunliche Interviews sind ihm geglückt, wie z.B. die anrührende Reportage über die letzten Tage einer Frau im Sterbehospiz Goslar, die einer der besten Audio-Slideshows ist, die ich seit langem gesehen habe. Die Geschichten sind allgemein pointiert und nicht zu lang und haben ein klar umrissenes Thema. Der Einsatz von Geräuschen und Musik stimmt bei ihm ebenso wie auch der gezielte Einsatz von Überblendungstechniken (z.B. das Fade-Out-Fade-In beim Sterbehospiz, dass einen Themawechsel markiert) und Still-Motion-Effekte (bei der ADAC-Reportage). Hier kann man viel lernen von Sobotta.
Was mir nicht so gut gefällt sind die Brüche, die manchmal auftreten. Zum einen ist es die Text-Bild-Schere, die manchmal zu groß wird, z.B. bei der Reportage über einen ADAC-Rettungshubschrauber. Das Interview mit dem Rettungshelfer schweift von den Bildern ab und erzählt die Geschichte nur noch alleine, die Bilder werden zu Hintergrundbildern. Ähnliche Probleme zeigt auch die Reportage über Tourismus in Südafrika. Auch beim Dampflokführer haben wir eine Schere, hier passt der Ton in der ersten Minute(offensichtlich aus dem Innenraum der Lokomotive) nicht mit den Bildern der Lok von außen zusammen - das Bild kann so nicht lebendig werden.
Veröffentlicht am 11. Mar. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Wie gut eine Audio-Slideshow funktioniert, wenn man Augenzeugen, in diesem Fall die Journalisten Alfons Kaiser und Helmut Fricke, zu ihren Bildern erzählen lässt, zeigt die FAZ mit ihrer Reportage Und plötzlich herrschte Stille. Die zwei Journalisten waren 2001 beim Einsturz des World Trade Centers zufällig in New York und photographierten die Szenen nach dem Anschlag. Jetzt erzählten sie rückblickend zu ihren Bildern und vermitteln das Ereignis so sehr persönlich an den Rezipienten. Interessant ist auch die sparsame und wirksame Verwendung von Geräuschen. Diese sind vermutlich nicht original, können die Bilder aber dennoch gut beleben.
Veröffentlicht am 14. Sep. 2008. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Der Hamburger Photograph Andreas Herzau hat einige interessante Audio-Slideshows in seinem Portfolio, darunter auch diese aufwändig produzierte Photo-Collage über den Hamburger Bürgermeister Ole von Beust. Selten, aber sehr schön ist die Verwendung von analogem Bildmaterial in einer slideshow. Der Produzent Lukas Thiele hat mir verraten, dass er die Slideshow mit Adobe After Effects erstellt hat und anschließend als Film (FLV-Codec) exportiert. Ich war überrascht über die hohe Auflösung der Standbilder.
Via Flaremag
Veröffentlicht am 16. Jul. 2008. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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