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Diese Seite berichtet von München aus über Multimedia, digitales Storytelling und Kunst im Netz. Und stellt eigene Entwicklungen in diesem Bereich vor.

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Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, auf einer der ersten Seiten im WWW.





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Neuer Trend bei Youtube

Interaktive Videos

barack_paper_scissors.jpg

Bevor es das Web gab, verstand man unter Hypertext ein Medienformat, bei dem ein Text multilinear gelesen wurde und so zu verschiedenen Ergebnissen führte. Relativ bekannt waren sogenannte Spielbücher, bei denen der Leser an verschiedenen Punkten der Geschichte Entscheidungen treffen konnte, wie es weitergeht. Die verschiedenen Bestandteile der Stränge waren alle in dem Buch enthalten, aber man wählte erstmal nur einen Weg.

Obwohl das Web von Tim Berners-Lee "Hypertext" getauft wurde, wird es bis heute nur in wenigen Spezialfällen als Hypertextmedium verwendet (z.B. Susanne Berkenhegers Hypertext-Roman Zeit für die Bombe; vielleicht kann man auch lexikalische Anwendungen wie die Wikipedia dazuzählen). Denn das Web verknüpft eher eigenständige Texte mit anderen eigenständigen Texten und ist dadurch genausowenig Hypertext wie ein Buch mit Literaturhinweisen in den Fußnoten.

Trotz dieser Erfolgsgeschichte der linearen Narration gibt es immer wieder multilineare Experimente. Seit kurzem findet man bei Youtube eine ganze Menge interaktiver Videos. Den Trend gibt es, seitdem man innerhalb von Videos Textlinks auf andere Videos anlegen kann. (eigentlich auch schon vorher: einige multilineare Filme zweckentfremdeten bereits das Antwortsystem für die Steuerung durch die Geschichte

Zwei populäre Beispiel mit Links in den Videos: Eine Variante des Spiels Schere, Stein, Papier: Barack, Paper, Scissors. Das Spiel kann bis in die zehnte Ebene gespielt werden, der Autor hat dafür mittlerweile anscheinend über 900 Videos angelegt, um alle Varianten auch mit Rückbezügen auf vorherige Spielzüge abzudecken.

samsung_follow_your_instinct.jpg

Samsung hat das Konzept für eine mittelmäßig unterhaltsame Handy-Werbung verwendet: Bei Follow your instinct kann man sich durch den frauenreichen Tag eines Yuppies klicken.

Und was hat das mit Journalismus zu tun? Das kann sich nun jeder selbst ausdenken. Möglichkeiten für interkative Videoreportagen gibt es sicher - ich bin persönlich allerdings ein Freund der linearen Narration, die den Leser an der Hand nimmt und ihn auf auf einem ausgewählten, optimalen Pfad durch die Geschichte führt.

Veröffentlicht am 10. Mar. 2009. in [/Journalismus/Nachrichten] Kommentare: 0


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