Manchmal werde ich gefragt, welche Themen denn für die Audio-Slideshow besonders gut geeignet sind. Ich quäle mich immer mit dieser Frage, weil ich es schade fände, wenn durch solche Festschreibungen viele Themen gar nicht mehr ausprobiert werden. Aber man kann nicht leugnen, dass es Themen gibt, die in einer Audio-Slideshow einfach immer gut funktionieren. Künstler z.B., die über ihre Werke sprechen. Noch besser ist es dann natürlich, wenn die Vermischung von Tönen und Bildern selbst Thema des Künstlers ist, so wie bei der synästhetischen Malerin Christine Söffing. Kollege Fabian Schweyher hat einen kurzen und richtig guten Beitrag über sie für die ARD gemacht: Wenn Klaviertöne kunterbunt werden Auch der Einsatz von Text und Archivfotos für die Vermittlung von sachlichen Hintergrundinformationen ist gut gelungen.
Veröffentlicht am 13. Jan. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Days with my father is eine bewegende Foto-Story von dem New Yorker Fotograf Phillip Toledano.
Via MLRM
Veröffentlicht am 19. Oct. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Der französische Fotograf Samuel Bollendorff hat für die Website von Le Monde eine aufwändige multimediale Reportage über den Kohleabbau in China realisiert: Voyage au bout du charbon Das besondere an dem Format ist vor allem die Interaktivität: Man kann beispielsweise einzelne Fragen an einen Minenarbeiter auswählen und gerät so in die Rolle des Journalisten. Ein Eindruck, den man vor allem von Computerspielen kennt und den weder Film noch Textreportage in dieser Stärke erzeugen kann. Zum anderen präsentiert die sogenannte "web documentary" Bild, Ton und Film in ungewohnter Vermischung: durch die interaktive Steuerung läuft die Reportage nicht fortwährend durch wie eine Audio-Slideshow mit Videoelementen, sondern steht immer wieder still bis der Rezipient eine Auswahl trifft.
Das großartigste an der Reportage sind die Bilder, die obendrein von sehr eindrucksvollen atmosphärischen Tonaufnahmen begleitet werden. Zusammen mit der interaktiven Steuerung ergibt sich tatsächlich ein wenig der Eindruck, man würde die fremde Welt selbst erkunden. Die Journalisten und Fotografen sind nicht mehr greifbar, der Zuschauer tritt an ihre Stelle. Dennoch muss man wie bei allen interaktiven Features kritisieren, dass die Steuerung den Fluss der Erzählung stört. Alles bleibt ein Fragment einzelner Eindrücke, die Zwang etwas zu wählen überfordert den Rezipienten und macht die Ganzheit der Geschichte kaputt. Schön sind Kleinigkeiten wie die jederzeit einblendbare Karte und der Vollbildmodus.
Obwohl die Reportage einzigartig ist und durchaus Maßstäbe im Bereich des interaktiven Storytellings setzt, halte ich diese Art von Reportagen nicht für wegweisend - ganz einfach weil die Zerteilung in Einzelstücke die Narration erheblich stört. Den Zuschauern hat es dennoch gefallen: Nach Angabe der Produktionsfirma Honkytonk erzeugte die web documentary bereits zwischen Ende 2008 und Anfang 2009 über 1,5 Millionen page views. Unabhängig vom Image-Gewinn, den eine Website mit solch großen Produktionen hat, gibt es tatsächlich auch die Hoffnung, dass sie sich auch finanziell lohnen könnten.
Veröffentlicht am 13. Oct. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Vuvox Collage ist eine hochinteressante Erfindung, deren Nutzen für den Journalismus noch nicht ganz abschätzbar ist. Fotos und vor allem Ausschnitte aus Fotos werden in einem seitwärts verlaufendem Scroller angeordnet. Zusätzlich können Videos und Töne eingebunden werden, auch Text ist möglich. Auf den ersten Blick erscheint das alles recht verspielt, aber wenn man eine Geschichte darin unterbringt, hat man nicht weniger als ein neues Erzählmedium erfunden, das sich stark am Comic orientiert. Vorteil gegenüber normaler Integration von Ton und Video ist die Aufhebung des zeitlichen Korsetts: Der User steuert selbst die Geschwindigkeit, mit der er die Kollage rezipiert (siehe auch meine Experimente zu einem senkrechten Multimedia-Scroller). Eine weiterer Effekt ist ein völlig anderes Raumgefühl, die Fotos verlieren durch ihre direkte Aneinanderreihung ihre räumliche Verortung, alles erscheint zweidimensional und direkt nebeneinander - das kann ein Problem aber auch eine Chance für die Reportage sein. Bei nächster Gelegenheit sollte man sich mit dem Format auseinandersetzen - so wie das Kollege Stefan Sobotta bereits mit seiner Kollage über das Township Alexandra in Johannesburg gemacht hat.
Veröffentlicht am 16. Sep. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Wow: Was für ein genialer Effekt beim Boston Globe bei der Berichterstattung zur weltweiten Umweltschutzaktion Earth Hour vor einer Woche. Die haben großformatige Bilder von Stadtsilhouetten per Javascript so gestaltet, dass man sie per Mausklick ausschalten kann: Earth Hour 2009
Veröffentlicht am 08. Apr. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Die New York Times experimentiert multimedial immer noch sehr viel: Seit kurzem gibt es dort auch Bilderstrecken, bei denen der Ton optional abgespielt werden kann, wie z.B. bei diesen Portraits: Great Performers. Das bedeutet natürlich auch, dass der Leser die Bilder selbst durchklickt. Interessant - aber funktioniert gar nicht, finde ich. Man ist doch nur damit beschäftigt, Bild und Ton selbst zu synchronisieren. Schön wäre es hingegegen, wenn man Bild und Tonspur auf Wunsch separat steuern könnte - aber eben nur auf Wunsch. Wie wäre es z.B. mit zwei Zeitleisten?
Veröffentlicht am 08. Apr. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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Eine ganze Sammlung von guten Audio-Slideshows findet man seit kurzem bei der FAZ: Dort werden die Arbeiten der Praktikanten von der Fachhochschule Hannover vorgestellt - natürlich auch mit einer Audio-Slideshow. Die Audio-Slideshows sind sehr gut - offensichtlich nehmen die Studenten sich mehr Zeit für ihre Arbeit. Z.B. ist die perfekte Ergänzung von Bild, Ton und Sprecher bei "Schläge, Stürze, Schreie" von Felix Seuffert vorbildlich, bei Jesco Denzels "Schlaf wäre gut" gefiel mit die spannende Narration und "Entlang der Donau" von Anna Mutter vermittelt in kurzer Zeit sehr schöne subjektive Beobachtungen und Einblicke in die Menschen - generell einer der großen Vorteile der Audio-Slideshow gegenüber Video.
Alle Audio-Slideshows werden rückblickend und homodiegetisch von den Journalisten erzählt. Diese Form ist allgemein noch selten zu sehen, aber bei der FAZ setzt man diesen Stil öfters ein. In dieser Form können vor allem subjektive Eindrücke erzählt werden, optimalerweise ausgehend von den Bildern, aber diese erweiternd. Manche Reportagen haben einen sehr schönen, lockeren Sprachduktus (z.B. alle oben erwähnte Reportagen), während manche leider etwas abgelesen wirken, wie z.B. "Der Dalai Lama im Hessenpark".
Veröffentlicht am 11. Mar. 2009. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen]
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