Schloss auf einem Hügel
Rufposten
 
Text. Bild. Ton.
Diese Seite berichtet von München aus über Multimedia, digitales Storytelling und Kunst im Netz. Und stellt eigene Entwicklungen in diesem Bereich vor.

Rufposten wird betrieben von Matthias Eberl.
Über mich
Kontakt
Kurse



»Put up some data.
Suggest someone else does.
Manage a subject area.
Write some software.
Send us suggestions.
Tell your friends.«
Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, auf einer der ersten Seiten im WWW.





RSS Feed





Eine Besprechung von Florian Thalhofers interaktivem Projekt "Planet Galata"

Interaktiv am Rezipienten vorbei

florian_thalhofer.jpg Unter Journalisten ist Florian Thalhofer bisher wenig bekannt, obwohl er seit über zehn Jahren mit interaktiven Medien experimentiert und wie kaum ein anderer Künstler in diesem Bereich inhaltliche und technische Entwicklungen vorangebracht hat, darunter z.B. eine eigene Produktions-Software namens Korsakow. Sein letztes Projekt, Planet Galata, ist ein Portrait über die Menschen auf der Galata-Brücke in Istanbul, das er zusammen mit der türkischen Filmemacherin Berke Baş erstellt hat. Als ich diesen interaktiven Film vor einigen Monaten zum ersten Mal sah, war ich aus journalistischer Perspektive enttäuscht: Der Film ist ungewohnt sperrig zu konsumieren, man muss sich mehr oder weniger zufällig durch die zahlreichen einzelnen Abschnitte und Takes klicken. Als durchschnittlicher Rezipient verlor ich wegen dem fehlenden Spannungsaufbau schnell das Interesse am Fortgang der Geschichte. Irritierend empfand ich auch die biographische Details von Thalhofer, die mitten im Werk auftauchen und die in keiner Verbindung zum Thema standen. Hier zeigte sich ebenfalls die künstlerische Ausrichtung des Werks.
planet_galata.jpg

Vor einigen Tagen hatte ich die Möglichkeit, Thalhofer in München kennenzulernen, mit ihm meine Vorbehalte zu diskutieren und so eine neue Perspektive auf seine Arbeit zu gewinnen.
Dabei wurde schnell klar, dass Thalhofer sich gar nicht als Journalist versteht und auch gar kein Interesse hat, dem Rezipienten eine angenehme Rezepetion zu ermöglichen. Ich hatte eher den Eindruck, dass er sich nur seiner eigenen Leidenschaft als Aufzeichner von Wirklichkeit verpflichtet fühlt. Diese Leidenschaft hat ihn über die Jahre zum interkativen Film seiner Prägung geführt. Die Interaktivität erlaubt es ihm, etwas Aufgezeichnetes an den Rezipienten zu geben, ohne ihm eine lineare erzählerische Struktur mitzugeben, anders als beim normalen Film, den er gerade dafür kritisiert: Linear film lies, schreibt er, weil er die Reduktion kritisiert, die mit einem festen Spannungsaufbau einhergeht. Dass der Rezipient den Film durchaus linear konsumiert, nur eben in einer mehr oder weniger zufälligen Reihenfolge, steht für ihn auch nicht im Vordergrund. Entsprechend auch die Wortwahl: Er bezeichnet seine Projekte fast duchgänging als "nichtlineare" Filme, weil er als Autor keine spezifische Linearität festlegt. Ich würde dagegen eher von interaktiven Filmen sprechen, weil mir die Wahlmöglichkeit des Rezipienten als entscheidendes Kriterium gilt.
Es lohnt sich, diese Wahlmöglichkeit genauer zu betrachten. Seine Software Korsakow erlaubt es, einzelne Filmabschnitte einem oder im Normalfall mehreren anderen Abschnitten zuzuordnen. Dadurch entsteht eine Art Mindmap, die den Film strukturiert und die beim Betrachten im Hintergrund arbeitet und die (in diesem Fall meist vier) zur Verfügung weiterführenden Abschnitte auswählt. Es ist also keineswegs so, dass die einzelnen Passagen zufällig angeordnet sind, sondern Thalhofer ordnet, wenn ich das richtig verstanden habe, nach abstrakten oder intuitiven Gemeinsamkeiten. Damit widerspricht er zwei älteren Traditionen: Zum einen geht es ihm nicht um eine möglichst weitgehende Auflösung der auktorialen Ordnungsmacht, wie es in den 70er Jahren oft gefordert wurde und in den 90er Jahren auch vereinzelt umgesetzt wurde (z.B. in dieser ethnographischen CD-ROM über die Yanomami). Auch im heutigen Daten-Journalismus findet sich noch der alte Wunsch nach einer direkten, unstrukturierten Übergabe der gesammelten Informationen an den Rezipienten. Zum anderen wendet er sich aber auch ganz bewusst gegen alle durchgeplanten interaktiven Erzählformen, bei denen der Rezipient wissentlich Entscheidungen über den Verlauf der Geschichte treffen muss. Ein Beispiel für so eine Geschichte wäre Samuel Bollendorffs Voyage au bout du charbon. Während der Rezipient bei Bollendorff genug Informationen bekommt, um - als wäre er selbst der Journalist - zu entscheiden, wie die interaktive Reise weitergehen soll, finden sich bei Thalhofers Planet Galata keine solchen Hinweise. Seine frühen Experimente sind noch durchgeplante Erzählungen, so z.B. Small World von 1997. Aber von diesen Formen hat er sich entfernt, wie er selbst sagt, weil er diese Planung als Lüge empfindet. Dadurch entstand für mich das Dilemma, dass ich an keinem Punkt wusste, welchen Beitrag ich bei Planet Galata als nächstes wählen soll. Vielleicht können andere Rezipienten dieser intuitiven Auswahl etwas abgewinnen. Aber ich denke, dass Interaktivtät bei journalistischen Projekten nur dann Sinn macht, wenn der Rezipient erstens die Wahlmöglichkeit überhaupt benötigt und zweitens genug Informationen hat, um diese Wahl dann nach seinen Vorlieben zu treffen.
Der zweite oben angesprochene Kritikpunkt betrifft die persönlichen Details, die der Autor an einem Punkt der Geschichte beisteuert. Ich bin ein großer Freund des Ich-Erzählers und Thalhofer setzt ihn in einigen Abschnitten schön ein, aber was Thalhofer hier macht, bringt die Erzählperspektive in Verruf: Der Abschnitt führt mich vom eigentlichen Thema, der Galata-Brücke, weg und fokussiert den Autor selbst. Diese Zentrierung von Florian Thalhofer auf sich und seine Arbeit fällt auch außerhalb des Projekts auf, so etwa die ironisch übertriebene Selbstdarstellung des Korsakow-Systems auf verschiedenen Websites. Zitat: "ATTENTION: EXTENSIVE USE OF THE KORSAKOW SOFTWARE MIGHT CHANGE YOUR PERCEPTION OF THE WORLD. But don't be afraid: Korsakow is not a religion." Mir kam es so vor, dass diese Selbstdarstellung und auch diese Passagen eine perfekt zugeschnittene Antwort auf die Bedingungen des Kunstbetriebs sind, auch wenn Thalhofer das abstritt. Ich hätte mir hingegen statt dieser spielerischen oder ironisierenden Selbstdarstellung mehr sachliche Selbstkritik gewünscht, so dass auch klar wird, dass das Format sich in einem außerordentlichen Experimentstatus befindet und gegenüber anderen Medienformen durchaus Nachteile hat. Außerdem verhindern sie, zusätzlich zu der Sperrigkeit des fordernden Formats, die Wahrscheinlichkeit, dass der Onlinejournalismus Thalhofers Projekte, seine Ideen und seine Software aufgreift.
Das finde ich schade, da seine Filme durchaus sehr ambitioniert gedreht sind und er gut beobachten kann. Sein Film erzeugt eine sehr differenzierte, polyvalente und uneindeutige Sicht auf die Galata-Brücke, die ich als sehr angenehm empfunden habe. Nach dem Gespräch blieb ich also mit gemischten Gefühlen zurück: Einerseits mit großer Bewunderung für den leidenschaftlichen und offensichtlich völlig unbeirrbaren Einsatz von Thalhofer für seine spezielle Idee vom nichtlinearen Erzählen. Andererseits mit großem Bedauern, dass man Thalhofers Projekte und sein Korsakow-System wegen der völlig fehlenden Ausrichtung am Rezipienten nicht als Vorbild für interaktiven Multimedia-Journalismus verwenden kann, sondern höchstens als Inspiration. Denn dass sich der Rezipient an diese Filme gewöhnt, wie Thalhofer meint, daran glaube ich nicht.

Fotos: Juliane Henrich / Florian Thalhofer

Veröffentlicht am 12. Feb. 2012. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 1


Sehenswerte Online-Reportage aus der Reihe "Berlinfolgen"

"Ich stürze ins Kotzen"

berlinfolgen_gero.jpg

Bei den "Berlinfolgen" ist vor kurzem ein neues Portrait erschienen, das mir sehr gut gefällt: Gero, der Obdachlose. Die Bilder und Videosequenzen von Jannis Keil sind - wie man es von 2470media gewohnt ist, hervorragend, aber bemerkenswert ist diesmal auch die Tonspur, die die kurze Reportage besonders macht. Eine berührende Eindringlichkeit liegt in manchen Schilderungen aus Geros Alltag und man fühlt sich sofort an Franz Biberkopf aus dem Roman "Berlin Alexanderplatz" erinnert, der ebenfalls nach dem Knast auf der Straße landete und an den Menschen verzweifelte. Diese sprachliche Dichte verdankt man an erster Stelle natürlich einem zum Erzählen begabten Protagonisten (den man erstmal finden muss - das gehört auch zur Reportagearbeit). Aber es braucht auch einen Interviewer, der zuhören kann, der Vertrauen aufbauen kann und der die richtigen Fragen stellt. Hier hat Plutonia Plarre von der TAZ gut gearbeitet. Sie hatte über Gero bereits 2010 eine Textreportage gemacht und ihn für die Multimediaserie ein zweites Mal befragt.
Ich hätte lediglich längere Pausen zwischen die einzelnen Interview-Abschnitten eingefügt, um der Reportage mehr Ruhe zu geben.

Veröffentlicht am 29. Jun. 2011. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0


Eine der ältesten Multimedia-Produktionen

Bosnia: Uncertain Paths to Peace

bosnia_uncertain_paths_to_peace.jpgAm 10. Juni 1996 erschien bei der New York Times ein ungewöhnlicher Beitrag. Statt einem Text fanden die 70.000 Subscriber der elektronischen Ausgabe (die erst Anfang des Jahres ihren Betrieb aufgenommen hatte) ein Experiment: einen Haufen zusammenhangloser Bestandteile, die per Hyperlink miteinander verknüpft wurden. Die Geschichte Bosnia: Uncertain Paths to Peace (Update Dezember 2010: Bosnia: Uncertain Paths to Peace) war eines der ersten Experimente in multimedialem Journalismus und wurde 1997 für den Pulitzer Preis nominiert. Aber das Werk ist nicht nur bedeutsam als Beispiel für Multimedia im Onlinejournalismus, sondern es ist eines der wenigen Beispiele für Hypertext im Journalismus: Fast jede Seite bietet unter dem Link "more" eine Vertiefung an und über "Grid" kann man die Bilder und dann die Bestandteile der Geschichte in wilder Eigenregie navigieren (es empfiehlt sich bei solchen Werken grundsätzlich - man lege mir diesen Hinweis bitte nicht als Häme aus - zuerst die Navigations-Anleitung zu konsultieren).
Der Hypertext war die eigentliche Initial-Zündung für die Idee des Webs: Ein Link war anfangs nicht nur als Verbindung zwischen Dokumenten gedacht, sondern sollte auch die Verbindung einzelner Elemente einer Geschichte übernehmen. Diese Idee begeisterte Kreative noch vor der Entwicklung des Webs, unter anderem die Literaten, kam aber bereits einige Jahre nach dem Durchbruch des Webswieder zum Erliegen (Telepolis: Ein Nachruf auf die Hypertext-Bewegung). Der Grund war, dass sich zwischen den einzelnen Bestandteilen (nach Roland Barthes auch "Lexias" genannt) nicht im entferntesten eine ähnliche fesselnde narrative Reihenfolge entwickeln ließ, wie es ein herkömmlicher Text vermochte. Der Leser war gleichzeitig der Erzähler und diese Arbeit schien ihm zu mühsam zu sein und die Vertiefung im Text zu stören. Der Traum machtkritischer Intelektuelle, etwas berichten zu können, ohne als Autor eine Ordnung festzuschreiben, war gescheitert. Das Internet nutze den Hyperlink also fast nur noch zum linearen Verlinken einzelner Bestandteile oder zum Verknüpfen ganzer Texteinheiten und der Autor blieb der Strippenzieher der narrativen Vermittlung.
Der Beitrag, der erst seit kurzem wieder bei der New York Times abrufbar ist, ist heute immer noch sperrig zu konsumieren. Aber die Fotos in schwarz-weiß, die oft als Serie angelegt sind, entwickeln eine spannende Dynamik, die extrem reduzierten Ton und Videoelemente geben einen aufregenden Blick zurück in die Steinzeit des WWW. Beachtlich ist außerdem die Integration eines Forums in den Beitrag - nur wenige Monate nach dem Start von nytimes.com erkannte man hier bereits das Potential dessen, was man heute Social Media nennt.
Via Hilmar Schmundt per Mail ... der Kollege, der bereits 1998 über hypertextuellen Journalismus geschrieben hat.

Veröffentlicht am 23. Dec. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 2


After The War gewinnt die Kategorie Web-Reportage

Reporterpreis 2010 für Felix Seuffert

after_the_war.jpg Mit seiner Geschichte über den jungen Fußballer Carole Machumu, der aus dem Krieg im Kongo nach Südafrika fliehen musste und nun dort versucht, sich ein neues Leben als Profi-Torwart aufzubauen, gewann Felix Seuffert am vergangenen Montag den Deutschen Reporterpreis. Felix hat schon bei vorherigen Produktionen bewiesen, dass er mit Bild und Ton erzählen kann. Bei After the War hat er besonders geschickt das stehende Foto mit Videoaufnahmen kombiniert - eine Technik, die oft zu ungewollten Brüchen im Fluss der Geschichte führt, aber bei ihm wunderbar funktioniert. Die Geschichte ist rührend, aber drängt sich nicht auf. Nicht vergessen sollte man, dass die Reportage als Gemeinschaftsprojekt bei der Produktionsfirma 2470media erstellt wurde, die Ehre dieser Auszeichnung geht also an das ganze Team.

Veröffentlicht am 09. Dec. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0


Dieser Klassiker der Audio-Slideshow hat 35 Minuten

Die Frage der Länge

Ich werde oft gefragt, wie lang eine Audio-Slideshow sein muss. Meine Antwort: Wenn man es sich leicht machen will 3-5 Minuten. Alles darüber hinaus verlangt narrative Planung.

Es gibt sicher keine Standardlösung für den Spannungsaufbau, wenn man zehn Minuten oder zwanzig Minuten erzählen will. Aber es geht: Der beste Beweis ist eine der ältesten Audio-Slideshows, I Photograph to Remember, ein frühes Werk aus dem Jahr 1993, das zunächst auf CD erschien.
pedro_meyer_vater_fliegt.jpg


Die essayistische Erzählung des mexikanischen Fotografen Pedro Meyer nimmt sich viel Zeit und trotzdem fesselt sie den Zuschauer über eine Länge von 35 Minuten. Natürlich liegt das an der Erzählstimme, der man gerne zuhört. Auch an dem Gegenstand der Erzählung, eine prototypische Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert, die sehr menschlich über Kindheit, Krieg, Liebe und Tod erzählt. Aber es ist vor allem das erzählerische Geschick von Pedro Mayer, wie er einzelne Momente seines Lebens in Bild und Text aneinanderreiht und sie pointiert mit Emotionen oder Erkenntnissen füllt. Für mich am schönsten war das auf den ersten Blick belanglose Foto des Vaters, wie er auf einem Sessel mit den Händen schlägt und so tut als wären es Flügel. Was die Erzählung in kurzer Zeit in diesem Bild an Gedanken und Emotionen über das Leben, über Hoffnung, über Träume und über Erziehung öffnet, ist fantastisch. Wer diese Kunst beherrscht, dem höre ich auch zwei Stunden zu.

Veröffentlicht am 26. Jul. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0


Beiträge zum Lumix Multimedia Award

Nachtrag zum Lumix-Festival

Vor einigen Wochen hat in Hannover das Lumix Foto--Festival stattgefunden und dort wurde ein Preis für Multimedia-Produktionen vergeben. Die Beiträge konnte ich mir vor Ort alle auf einem großen Bildschirm mit Kopfhörern anschauen. Sie sind alle sehenswert und waren teilweise weit über dem üblichen Niveau in Deutschland. Einige davon gibt's auch im Internet. Hier eine Liste meiner Favoriten:

Toy Town lumix_toytown.jpg

Roberto Boccaccino über die Stadt, in der Lego zu Hause ist. Schönes Beispiel, dass man mit Fotos und Musik immer noch eindrucksvolle Audio-Slideshows machen kann, die eine künstlerische Botschaft tragen.

Where Beauty Softens Your Grief lumix_beauty.jpg

Ein wunderbare Geschichte über die Schönheit der Toten. Gianni Cipriano fügt Musik, Geräusche und sehr gute Fotos mit einem streckenweise durchaus abstrakten und informativen Interview perfekt zusammen, so dass es eine fesselnde Geschichte ergibt. Und selbst fürs Ende hatte der Autor noch eine kreative Idee.

A Life Alone lumix_life_alone.jpg

Auch bei Maisie Crow geht es um den Verlust: Ein alter Mann erzählt, wie sein Leben ist, seitdem seine Frau gestorben ist. Ein emotionales Thema, dass sehr unaufgeregt und technisch sehr gut produziert ist. Von allen Reportagen mit Videoabschnitten funktionieren hier die Übergänge am besten, weil die Person vor einer schwarzen Wand spricht. Im Gespräch mit Kollegen hatte ich das bereits theoretisiert: dadurch verliert das Videointerview seine zeitliche und räumliche Einordnung und stört die vom Erzähler in den Bildern mühsam aufgebaute Vergangenheit der Bilder nicht so stark. Der sparsame Gebrauch von emotionaler Musik hebt das Portrait von anderen Werken aus den USA ab.

Against the Odds lumix_against_odds.jpg

Eine schöne, bewegende Geschichte über die Pflegemutter eines autistischen Kindes, mit tollem emotionalen Musikbett. Eli Meir Kaplan praktiziert hier einen ganz behutsamen Wechsel zwischen Foto und Film. Der Beitrag leidet aber etwas an einer zu großen Bild-Ton-Schere und einer schlechten Tonqualität.

Crow Creek Reservation lumix_crow_creek.jpg

Diese Audio-Slideshow von Mathias Christensen besticht durch extrem beeindruckende Fotos und das Thema ist durchaus spannend, aber beides findet leider nicht richtig zusammen. Die starken Fotos bestehen visuell mühelos den Wechsel mit den gefilmten Interviewpassagen, letztere sind aber nicht klar genug pointiert für die Geschichte. Störend für den europäischen Geschmack ist vielleicht die etwas aufdringlichen Klavierspur.

Jericos - a story of mud, smoke and velocity in the heart of the Amazon lumix_jericos.jpg

Diese faszinierende Arbeit von Anderson Schneider kombiniert großartige Schwarz-Weiß-Fotos mit Musik und Geräuschen. Sehr schön anzusehen!

Benidorm - Das verlorene Paradies lumix_benidorm.jpg

Diese Slideshow von Nicole Strasser wartet schon länger in meiner Linkliste auf eine Erwähnung in meinem Weblog: Ich war selbst einmal in Benidorm, aus der gleichen Neugierde an dieser kleinbürgerlichen Urlaubskultur. Und diese Reportage hat mir den Mikrokosmos Benidorms nochmal näher gebracht. Ein klassisches Portrait, sehr unterhaltsam, obwohl man nach ca. vier Minuten doch etwas einen Spannungsbogen oder einen narrativen Aufbau vermisst.

Veröffentlicht am 21. Jul. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0


Haiti: Eroding Nation

Vorbildliche Einleitung für längere Audio-Slideshow

haiti_eroding_nation.jpgEin älterer Klassiker unter den Audio-Slideshows ist wieder online: Haiti, the eroding nation (von 2004). Die Zeitung hat glücklicherweise auf die vielen User-Anfragen reagiert und die Slideshow technisch erneuert, so dass sie wieder abspielbar ist. Beim erneuten Anschauen ist mir die Einleitung aufgefallen: Hier wird kurz und knapp der Inhalt der einzelnen Kapitel vorgestellt. Ich bin ja kein Freund von solchen unterteilten, interaktiven Multimedia-Beiträgen. Aber hier ist das wirklich gut gelöst. Mehr in meiner uralten Kritik zu der Reportage.

Veröffentlicht am 13. Jul. 2010. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0




Valid XHTML 1.0  Powered by Blosxom