Schloss auf einem Hügel
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Diese Seite berichtet von München aus über Multimedia, digitales Storytelling und Kunst im Netz. Und stellt eigene Entwicklungen in diesem Bereich vor.

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»Put up some data.
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Manage a subject area.
Write some software.
Send us suggestions.
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Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, auf einer der ersten Seiten im WWW.





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Scrollreportagen professionell erstellen

Der große Scrollytelling-Tool-Test

Hier gibt es heute nicht nur einen großen Testbericht, sondern nebenbei auch ein kleines Jubiläum zu feiern: Vor zehn Jahren habe ich den ersten Prototypen einer Scrollreportage in diesem Weblog veröffentlicht. Zusammen mit einem kurzen Theorietext, warum das vielleicht ein tolles Medium für den Journalismus wäre. Dirk von Gehlen war einer der Journalisten, die sofort von dem Medium überzeugt waren, wir setzten es gemeinsam bei dem Jugendmagazin jetzt.de ein. Es gab später sogar ein Tutorial für andere Journalisten. Danach habe ich mich aber der Audio-Slideshow zugewendet und es wurde ruhig um die Scrollreportage in Deutschland.

Aber seitdem Scrollytelling 2012 durch Snow Fall populär wurde und es auch in deutschsprachigen Verlagen wieder großartige Scrollreportagen gibt, sind einige neue Tools entstanden, mit denen man Scrollytelling jenseits von Mammutbudgets und 20-Mann-Teams produzieren kann. Es ist also Zeit für einen großen Vergleichstest der Scrollreportagen-Tools! Mein altes Tool von damals lassen wir aber im Archiv ... es ist ein Wunder dass es auf manchen Rechner noch funktioniert (auf Mac glaube ich nicht).

Für den Test habe ich mit meinem Kamerakollegen Alex Hirl eine kleine Referenzreportage aufgenommen und in HTML programmiert (wer sich etwas mit HTML auskennt: mehr zu dem Template und den verwendeten jQuery-Plugins hier). freilufttänzer_titel.jpg

Dann habe ich versucht, diese Reportage in allen vier Tools nachzubauen. So sieht man am ehesten die Unterschiede und Beschränkungen. Nicht mit dabei sind leider Scrollkit und Shorthand, beide Tools sind momentan nicht öffentlich verfügbar. Wird aber im Herbst/Winter von mir ergänzt.

Aesop

Aesop ist ein Plugin für Wordpress-Weblogs, das umfangreiche Funktionen für das Einbetten von multimedialen Inhalten im Stil einer Scrollreportage bietet. Es ist leicht zu installieren, wenn man bereits ein Wordpress-Weblog auf seiner eigenen Site hat (auf wordpress.com läuft Aesop dagegen nicht).

Ist das Plugin installiert, gibt es in Wordpress einen zusätzlichen Button "Add Component", über den man die Elemente wie Bilder, Videos und Tondateien einfügen kann. Dabei gibt es auch immer einige Option für die Breite und Positionierung der Elemente.
aesop_elemente



Obwohl Aesop theoretisch mit den meisten Themes funktioniert, muss man in der Praxis ein passendes Layout haben, weil die Fullpanel-Elemente sonst nicht entsprechend gezeigt werden. Aesop ist also eigentlich nur Multimedia-Mechanik ohne Design. Allerdings gibt es speziell für Aesop ein kostenloses Theme und mehrere kostenpflichtige Themes.

In der Bedienung ist es durchaus komfortabel, was vor allem am durchdachten Medien-Upload-Menü von Wordpress liegt. Bilder können sehr einfach importiert und in der Größe angepasst werden. Was aber bei der intuitiven Bedienung herauskommt ist noch nicht sehr durchdacht. Player und Bilder überlagern sich teilweise, die Dokumentation zu den Optionen ist noch sehr dürftig und fehlerhaft (was ist die "Parallax Direction" des "Floaters"? ). Außerdem gibt es einige unangenehme Bugs, das Einstellen der Bildbreite hat z.B nicht funktioniert und ein Dropdown verlor die Einstellung, wenn man ein anderes Dropdown anwählte. An zentralen Stellen ist das Plugin obendrein nicht brauchbar, so werden beispielsweise selbstgehostete Videos nur in einem Filmformat integriert (z.B. webm oder mp4), dabei bräuchte man für HTML5-Videos dringend eine doppelte Einbindung, wenn es auf allen Browser laufen soll. Als großes Problem erweist sich auch, dass die Elemente, sind sie einmal im Dokument, nicht mehr über das Tool-Panel bearbeitet werden können. Am Ende korrigiert man doch die Textauszeichnungen, die das Tool ins Editorfenster geworfen hat. Da kann man doch gleich HTML lernen. aesop_editor


Die zahlreichen Optionen wie Galerie und Karte sind sicher praktisch, erweisen sich bei näherer Betrachtung aber ebenfalls als etwas unflexibel, so kann man z.B. kein Video als Titel verwenden, nur ein Bild. Wenn man seine Reportage aber etwas mehr an das Design und Konzept von Aesop anpasst (mehr Text, nur große breite Bilder, mehr Parallax-Effekt, Bildergalerien), wäre vielleicht ein etwas sehenswerteres Beispiel herausgekommen, das beweisen die Demoseiten der kostenpflichtigen Themes, hier z.B. das Kerouac Theme.
In der ausgegebenen Reportage werden Töne und Videos zwar in Abhängigkeit der Scrollposition gestartet und gestoppt, aber nachdem die Videos nicht mit der Seite geladen werden, ist der Nutzen recht klein. Außerdem ist der Trigger sehr knapp gesetzt, so dass man schnell zu weit gescrollt ist. Hier wäre ein Einrasten der Panels wie bei den anderen Tools vorteilhafter.

Fazit: Bedienungsfreundlicher Ansatz mit vielen verschiedenen Elementen. Für den professionellen Einsatz von Wordpress-Websites aber nicht geeignet: Es könnte klappen, wenn man externe Videohoster verwendet, ein kostenpflichtiges Theme kauft, sich an der mangelnden Autostart-Funktion nicht stört, die Bugs umschifft, wenig nacheditiert und die Reportage im Aufbau an die Standardfunktionen des Programms anpasst.
Und das ist meine Beispielreportage mit Aesop.

sStory

sStory ist eine extrem simple Lösung für multimediale Geschichten. Es ist allerdings nur ein Fullpanel-Multimediatool, denn was schmerzlich fehlt ist eine Funktion für den automatischen Start von Video- oder Audiodateien. So gesehen kann man mit dem Tool eigentlich keine echtes Scrollytelling erstellen - aber durch seine Einfachheit ist es durchaus interessant. Die Bastelei im Texteditor ist aber sicher nicht jedermanns Sache, vor allem nicht für visuelle Menschen.

Um mit sStory arbeiten zu können, lädt man sich auf der Github-Seite die Zip-Datei herunter. Im wesentlichen muss man nun die index.html mit einem Editor öffnen und die darin enthaltenen Variablen des Beispiels anpassen bzw. per Copy-und-Paste die vorgesehenen Code-Schnipsel aus der Anleitung einfügen. Für ein Foto mit Beschriftung z.B.: { type: 'photoCaption' ,photoUrl: 'http://farm9.staticflickr.com/8315/8018537908_eb5ac81027_b.jpg' ,title: 'Making beautiful stories easy' ,caption: '<h3>Hello world!</h3><p>Lorem ipsum <em>dolor sit</em> amet. Include styled <span style="color: red">HTML</span>!' } Wer möchte, kann HTML verwenden wie in diesem Beispiel, aber es geht natürlich auch ohne. Ein bisschen Erfahrung mit Webseiten sollte man mitbringen, denn schnell geht mal was schief und dann muss man eine Ahnung haben, wo der Fehler liegt. Aber kompliziert ist dieses Tool keineswegs und mir gefällt die Tatsache, dass man nichts installieren muss, sondern direkt im Editor loslegen kann.
Dafür ist es sehr eingeschränkt im Funktionsumfang: Keine Beschriftung von Video, keine selbstgehosteten Videos (nur Vimeo und Youtube), keine kleinen Bilder mit Text möglich (nur Vollformat oder mehrere Bilder nebeneinander ohne Text). Positiv ist die Option, eine Überschrift mit eingebauter Seitennavigation einzufügen. Leider hatte das Programm bei mir einen Bug ... dass sich der Entwickler bis jetzt nicht dazu geäußert hat, ist auch kein gutes Zeichen.
Es gab/gibt zu dem Tool auch ein Generator-Tool, das es ermöglichen soll, die Reportage über Eingabefelder zusammenzuklicken und danach den gesamten Quellcode-Schnipsel in die index.html einzufügen ... aber das scheint aktuell nicht zu funktionieren bzw. ist veraltet.

Fazit: Sehr simples Tool zum schnellen Zusammenfügen eines multimedialen-Fullpanel-Beitrags. Leider kein automatischer Start der Elemente und mit sehr wenigen Optionen. Im Profi-Bereich eigentlich kaum verwendbar. Kann aber durch jeden hausinternen Programmierer leicht angepasst/weiterentwickelt werden (keine 300 Zeilen Javascript).
Und das ist meine Beispielreportage für sStory.

Pageflow

Pageflow, ein echtes Scrollytelling-Werkzeug mit Autostart, Fullpanelfunktion und Anpassung an Mobilgeräte, ist ein kleines Monster: bei der Installation auf dem Webserver und der Einbindung in externe und interne Dienste (hier meine Installationsnotizen - nur bedingt zum Nachahmen empfohlen). Das Open-Source-Programm, dass vor allem der WDR für seine Scrollreportagen benutzt, läuft als anspruchsvoller Webservice, der zahlreiche Module aus der Programmierumgebung Ruby on Rails benötigt. Außerdem muss man Konten bei den den externen Speicher- und Videokodier-Dienstleistern Amazon S3 und Zencoder einrichten (beide kosten Geld, allerdings nicht sonderlich viel). Das macht das Programm natürlich etwas schwerfällig: man kann es nicht eben mal installieren, es läuft nicht ohne Anpassung an die Serverumgebung und eigentlich muss es auch hin und wieder administriert werden. Eindeutig etwas für Agenturen, Redaktionen oder Journalistenschulen. Denn der Vorteil ist eine skalierbare Plattform mit professioneller, schneller Datenauslieferung (Amazon S3 Standard, Cloudfront ist möglich), drei Benutzergruppen (Administrator, Content Manager und Redakteur), eine ausgesprochen einfache, benutzerfreundliche Software, mit der jeder Anfänger sofort arbeiten kann und eine Revisionsverwaltung zum Wiederherstellen vorheriger Fassungen.

Pageflow Editor

Im Editor bietet Pageflow nicht so viele Eingreifmöglichkeiten wie Creatavist (z.B. kann der Text auf den Panels nicht frei umformatiert oder woanders positioniert werden). Was fehlt sind auch abwechslungsreichere Panels, z.B eine Landkartenfunktion und Textfelder, die man mit einem oder mehreren Bildern ergänzen kann.
Dafür geht die Arbeit mit Pageflow sehr schnell voran, kein Tool war flotter. Nach einer Stunde war aus meinen vorbereiteten Texten, Bildern und Videos eine Scrollreportage gebaut. Hilfreich beim Betexten ist die sehr einfache Bildabdunklung oder -aufhellung, mit der man die Schrift auf vollformatigen Bildern oder Videos gut lesbar machen kann. Sie macht gleichzeitig einen großen Teil der ansprechenden Ästethik von Pageflow aus. Ebenfalls toll ist, dass das Hochladen und Dekodieren im Hintergrund abläuft, so dass der Redakteur in dieser Zeit bereits weiterarbeiten kann, z.B. an den Überschriften und Texten des aktuellen Panels. Und ein weitere Bonus: Das Programm frisst problemlos Bilder und Videos im ungünstigen Verhältnis 2:3... alles wird automatisch angepasst.

Die Ausgabe ist äußerst schön und ansprechend, vor allem im Vergleich zu den anderen Tools zeigt sich hier die professionelle Herkunft des Programms. Gut ist der Verzicht auf Flash als Player, dabei liefert das Backend automatisch in drei Videoformaten (MP4, webm und m3u8) aus, so dass alle Plattformen und Browser abgedeckt sind. nicht so toll ist allerdings, dass die HTML5-Videos nicht standardmäßig in den zwei Kontainerformaten eingebunden werden: Je nachdem, ob man MP4 oder WebM hochlädt, geht es eben auf manchen Browsern und anderen nicht. Da ist Creatavist mit der doppelten Einbindung vorbildlicher. Aber so wie ich Pageflow kennengelernt habe, kann man das sicher irgendwo in einer Konfigurationsdatei einstellen.

Bernd Oswald, einer meiner Kollegen bei onlinejournalismus.de, hat sich Pageflow und seine Philosophie bereits vor einigen Monaten in einem Bericht von der re:publica genauer angeschaut.

Fazit: Sehr praxisorientiertes, durchdachtes und ansprechendes Fullpanel-Tool mit Autostartfunktion. Formatiert wunderschöne Reportagen, die sehr schnell erstellt sind. Durch leichte Bedienung, Benutzergruppen und schnelles Arbeiten perfekt für Redaktionen und kleine Agenturen, die Scrollytelling im Alltag einsetzen wollen. Liefert per HTML5 in den wichtigsten Video-Standards aus, so dass es eine hohe Lauffähigkeit auch auf Mobilgeräten haben sollte. Leider momentan noch etwas dünn in den Gestaltungsmöglichkeiten im Editor.
Und das ist meine Beispielreportage für Pageflow

Creatavist

Creatavist ist die Software, die die Redaktion des Multimedia-Magazins The Atavist entwickelt hat. Entsprechend gibt es einen starken Fokus auf Mobilgeräte, die Stories können nicht nur online, sondern auch als App oder Ebook publiziert werden. Bereits bei der Erstellung hat man Optionen, um die Reportage je nach Endgerät etwas anders aufzubauen.
Die Software läuft ausschließlich auf den Servern von Creatavist. Eine Testreportage ist kostenlos, für 10$ im Monat kann man seine Reportagen (bis 5GB) dort hosten und unter einer eigenen Domain veröffentlichen, für 250$ im Monat auch auf einer eigenen App (für die man dann zahlende Abonennten gewinnen kann). Wirkt auf den ersten Blick verlockend, weil man sich um nichts kümmern braucht und man sehr schnell ein Magazin für Browser und App herausgeben kann. Aber langfristig ist das natürlich sehr einschränkend. Wie sStory ist in Creatavist leider kein Autostart von Video oder Ton in Abhängigkeit von der Scrollposition möglich. Creatavist Editor

In den Möglichkeiten ist Creatavist die ausgereifteste Software. Neben vollformatigen Text-, Bild- oder Videopanels (mit Beschriftung und Überschrift) beherrscht die Software auch die Mischung von Elementen. Dazu kann man in ein Textpanel bebliebig viele andere Elemente einbetten (Bilder, Videos, Audio, Karte, Zusatzinfo mit Bild und Überschrift, Link, Zeitleiste, Slideshow und PDF). Videos können entweder hochgeladen werden oder von Vimeo/Youtube bezogen werden. Die HTML5-Einbindung wird für die Kompatibilität mit allen Browser in MP4 und WebM gemacht. Die Panels werden sehr ansprechend gerendert (und Fotos automatisch in der Größe angepasst), wer will kann aber umfangreich mit Optionen (wie Schriftgestaltung, Links, Aufzählungen, Zitate) und sogar CSS-Befehlen eingreifen. Außerdem gibt es eine Vorschauoption sowie eine praktische Übersichtsseite, auf der man Panels löschen oder editieren kann. Eine umfangreiche Online-hilfe mit vielen Screenshots unterstreichen den professionellen Anspruch.

Fazit: Sehr ausgereifte Software, die sich intuitiv bedienen lässt, gute Ergebnisse liefert und dennoch umfangreich angepasst werden kann. Einziger Nachteil ist die fehlende Autostart-Funktion für Videos und Audios sowie die hohen Kosten (250$ im Monat) bei einem Vertrieb per App. Wer nur unter einer eigenen Web-Adresse publiziert, kommt mit 10$ im Monat hingegen ziemlich weit. Die beste Software für Freiberufler ohne HTML-Kenntnisse. Und das ist meine Beispielreportage Creatavist.

HTML5-Template

Zum Abschluss noch einige Worte zur direkten Erstellung von Scrollreportagen per HTML. Das ist sicher der Königsweg für anspruchsvolle "Feiertagsreportagen", da die Gestaltungsmöglichkeiten unbegrenzt sind. Man denke nur an die wunderbare Selbstzensur des Textes in der Tiananmen-Scrollreportage der Süddeutschen. Mit vorgefertigen Templates und Basiswissen in HTML lassen sich auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse Bilder, Videos und Texte zusammenbauen, so dass dieser Weg auch für manche Freiberufler und kleine Journalistenbüros interessant ist. Aber man sollte den Aufwand nicht unterschätzen. Nur der Zusammenbau meiner Beispielreportage hat (bei vorgefertigten Text- und Multimedialementen) immer noch fast einen Tag Arbei gekostet, weil man natürlich viele Kleinigkeiten an der Platzierung und Formatierung von Text und Bild einstellen muss. Dagegen steht eine Stunde Arbeit mit Pageflow.
Im Unterschied zu den zwei anderen Profi-Tools Creatavist und Pageflow ist man mit dieser Variante auch völlig unabhängig von externen Anbietern und ihrer Preispolitik.
Hier nochmal der Link zu der Referenzreportage in HTML

Und ... for he's a jolly good fellow: Auch mein Weblog ist jetzt über zehn Jahre alt ... und das Layout auch. Es wäre sicher kein Problem, es auf ein neues System mit Facebook-Buttons und feschen Schriftarten zu updaten, aber mir gefällt die Idee, diesen Oldtimer weiter mit Perl, ohne Datenbank und im alten Design zu betreiben.

Veröffentlicht am 04. Aug. 2014. in [/Eigene_Projekte] Kommentare: 3


Pageflow Installationsnotizen

Hab es endlich geschafft, das Multimedia-Tool Pageflow auf meinem Hoster Uberspace zu installieren. Hier sind meine Installationsnotizen, auf Grundlage der Original-Anleitung, die natürlich anders ist, weil es dort um einen Root-Server geht. Meine Notizen sind allerdings mit Vorbehalt zu benutzen. Ich habe keine Ahnung von Ruby on Rails und schon gar nicht von dem, was ich da in die Shell eingegeben habe.

Ruby 1.9.3 aktivieren

[rufpost@vega ~]$ cat <<'__EOF__' >> ~/.bash_profile
> export PATH=/package/host/localhost/ruby-1.9.3/bin:$PATH
> export PATH=$HOME/.gem/ruby/1.9.1/bin:$PATH
> __EOF__
[rufpost@vega ~]$ . ~/.bash_profile


Rails installieren
[rufpost@vega ~]$ export LANG=en_US.UTF-8
[rufpost@vega ~]$ gem install --user-install --version 4.0.2 rails

Gems immer lokal ausführen:
[rufpost@vega ~]$ echo "gem: --user-install --no-rdoc --no-ri" > ~/.gemrc

Projekt anlegen
[rufpost@vega ~]$ rails new pf_test --skip-bundle --database=mysql
[rufpost@vega ~]$ cd pf_test

Bundler konfigurieren
[rufpost@vega pf_test]$ bundle config path ~/.gem

Pfad für SQLite ändern (Ist das nötig? Besser mal machen)
$ bundle config build.sqlite3 \
--with-sqlite3-include=/package/host/localhost/sqlite-3/include \
--with-sqlite3-lib=/package/host/localhost/sqlite-3/lib

An die Datei "Gemfile" folgende Zeilen anhängen

gem 'pageflow'
gem 'activeadmin', :git => 'https://github.com/codevise/active_admin.git', :branch => 'rails4'
gem 'ransack'
gem 'inherited_resources', '1.4.1'
gem 'formtastic', '2.3.0.rc2'
# Danke an Jonas Pasche von Uberspace für diesen Fix!
gem 'resque-scheduler', '~> 2.5.5'


Pageflow installieren
[rufpost@vega pf_test]$ bundle install
[rufpost@vega pf_test]$ bundle exec rails generate pageflow:install

Die Datenbank-Konfiguration editieren - sie liegt in der Datei ~/pf_test/config/database.yml. Braucht man wirklich Test und Development? Hab sie mal mit angelegt.

development:
  adapter: mysql2
  encoding: utf8
  database: rufpost_pf_development
  pool: 5
  username: rufpost
  password: ***
  socket: /var/lib/mysql/mysql.sock

test:
  adapter: mysql2
  encoding: utf8
  database: rufpost_pf_test
  pool: 5
  username: rufpost
  password: ***
  socket: /var/lib/mysql/mysql.sock

production:
  adapter: mysql2
  encoding: utf8
  database: rufpost_pf_production
  pool: 5
  username: rufpost
  password: ***
  socket: /var/lib/mysql/mysql.sock


Redis aufsetzen
[rufpost@vega ~]$ uberspace-setup-redis

Die eine Zeile in der Datei ~/pf_test/config/initializers/resque.rb wir folgt ändern bzw. auskommentieren:
# Resque.redis = ENV.fetch('REDIS_URL', 'localhost:6379')
Resque.redis = Redis.new(:path => "/home/rufpost/.redis/sock")

Redis läuft nun als Daemon. Wenn irgendwas schief läuft, kann man den Dienst wie folgt neu starten:
[rufpost@vega ~]$ svc -du ~/service/redis

Environment auswählen
[rufpost@vega pf_test]$ export RAILS_ENV=production

Datenbank erstellen und befüllen (kein Ahnung, ob man das Environment bei allen angeben muss, aber bei dem Teil gab es immer Probleme):
[rufpost@vega pf_test]$ bundle exec rake db:create RAILS_ENV=production
[rufpost@vega pf_test]$ bundle exec rake db:migrate RAILS_ENV=production
[rufpost@vega pf_test]$ bundle exec rake db:seed RAILS_ENV=production

Pfad zum ausführen von Gems via Shell angeben
export PATH=$HOME/.gem/bin:$PATH

Passenger lokal installieren, also nach /home/rufpost/.gem/ruby/1.9.1/gems
[rufpost@vega ~]$ cd ..
[rufpost@vega ~]$ gem install passenger

Subdomain Ordner anlegen
[rufpost@vega ~]$ cd /var/www/virtual/rufpost
[rufpost@vega ~]$ mkdir pageflow.rufposten.de

.htaccess in diesem Subdomain-Ordner anlegen, diesen Text erstellen. Vorher eine eigene Portnummer auswählen und auf Verfügbarkeit testen
RewriteEngine On
RewriteRule (.*) http://localhost:00000/$1 [P]

Subdomain registrieren
[rufpost@vega ~]$ uberspace-add-domain -d pageflow.rufposten.de -w

Optional: Stylesheets etc. für den Production-Server prekompilieren ... sonst funktioniert das Layout nur auf Development
rake assets:precompile

Passenger testweise im Projectverzeichnis starten. Dabei natürlich die oben selbst gewählte Portnummer verwenden.
[rufpost@vega pf_test]$ passenger start --port 00000

Falls vorher noch nicht geschehen: Dienste bei deinem Uberspace aktivieren:
[rufpost@vega ~]$ uberspace-setup-svscan

Passenger als Dienst einrichten
[rufpost@vega ~]$ uberspace-setup-service mein_passenger ~/.gem/ruby/1.9.1/bin/passenger

Den Aufruf des Dienstes noch mit Verzweichniswechsel, Environment und deinem Port ergänzen. Dazu den letzten Abschnitt der Datei ~/service/mein_passenger/run wie folgt ergänzen/editieren:
# Now let's go!
export RAILS_ENV=production
cd ~/pf_test/
exec /home/rufpost/.gem/ruby/1.9.1/bin/passenger start --port 00000 2>&1

Endlich! Pageflow starten. Sollte nun unter der Subdomain aufrufbar sein.
[rufpost@vega]$ svc -du ~/service/mein_passenger

Resque wird von Pageflow nach dem Hochladen von Multimediadateien benötigt, bevor die Videos an Amazon und dann an Zencoder rausgehen. Da die Dienste nicht zum Abrufen der Reportagen, sondern nur beim Hochladen von neuen Dateien benötigt werden, habe ich es mir einfach gemacht und starte beide händisch in jeweils einem eigenen Shell-Fenster, bevor ich eine Reportage bearbeite.
[rufpost@vega pf_test]$ QUEUE=* rake resque:work RAILS_ENV=production
[rufpost@vega pf_test]$ QUEUE=* rake resque:scheduler RAILS_ENV=production

Amazon S3 und Zencoder anlegen und konfigurieren. Bei Amazon AWS Account anlegen und für jedes Environment zwei Buckets erstellen

Der Anleitung weiter folgen und die Buckets konfigurieren.

Die Namen der Buckets, das AWS-Host-Alias (wird bei AWS unter "Properties/Static website/Hosting/Endpoint:") angezeigt und die AWS-Keys in die Datei ~/pf_test/config/initializers/pageflow.rb eintragen. Dabei aufpassen, dass sich keine Leerzeichen vor und nach den Keys einschleichen. Den S3 Hostname sollte man nicht ändern, wenn man in Europa hostet, siehe auch dieser Forenbeitrag.
Anschließend bei Zencoder.com anmelden und dort eine Bezahlform wählen (es gibt auch einen Test-Account, bei dem die Videos nach fünf Sekunden abbrechen). Den Zencoder-Api-Key ebenfalls in die pageflow.rb eintragen. Amazon Cloudfront wird für Production NICHT benötigt.

Veröffentlicht am 03. Aug. 2014. in [/Tech] Kommentare: 0


Kurse und Vorträge im Herbst

Für den Kurs Audio-Slideshow im September am ifp in München sind noch ein paar Plätze frei! Nächste Gelegenheit ist der Kurs in Luzern Ende November/Anfang Dezember. Außerdem interessant wäre vielleicht der MAZ Multimediatag mit vielen Kurzvorträgen (von mir ein paar Worte zur Scrollreportage).

Veröffentlicht am 31. Jul. 2014. in [/Interna] Kommentare: 0


Kleiner Debatten-Anstoss zur Audio-Slideshow

Tiere auf Wanderschaft

Schöne Audio-Slideshow von der Radiojournalistin Sandra Müller: Tiere auf Wanderschaft. In ihrem Weblog stellt sie einige Thesen dazu auf, wie eine gute Audio-Slideshow sein sollte. Neu und gut fand ich vor allem den Tipp, dass man sich als Journalist im Interview lebendig und impulsiv verhalten sollte, um den Protagonisten zu einer persönlichen und lebendigen Erzählung anzuregen, das ist im Beispiel wirklich hervorragend gelungen. Auch schöne Fotos, gute Musikuntermalung und spannender Einsatz von Schrift, habe ich so auch noch nicht gesehen. Um die Debatte zu ihren 10 Punkten zu eröffnen: Gerade am Anfang der Reportage finde ich Bild und Ton etwas zu weit auseinander, diese "Bildlöcher" hätte ich vermieden. In dem Punkt stimme ich also nicht zu.

Veröffentlicht am 31. Jul. 2014. in [/Journalismus/Multimedia-Reportagen] Kommentare: 0


Die leise Gefahr für Journalismus und Pressefreiheit in Krisenzeiten

Propaganda per Filter und Verstärkung

Straßenumfrage ade: In den letzten Jahren hat sich die Arbeitsweise von vielen Journalisten radikal geändert: Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook dienen als Sensor für die Meinung der Bevölkerung, als Gruppenmedium zwischen Kollegen, als Recherchetool und als zusätzlicher Marketingkanal für die eigenen Beiträge. Je stärker ein Journalist in diesen Netzen Informationen aufnimmt und wieder abgibt, desto wichtiger wird die Neutralität dieser Netze, da es sonst zu erheblichen Verzerrungen kommen kann. Nun ist das leider schon länger nicht mehr der Fall: Twitter, Facebook oder Google formen unsere Streams nach unseren Leseinteressen. Der Buchautor Eli Pariser warnte 2012 in "The Filter Bubble" davor, dass wir uns dadurch intellektuell isolieren.

Neutral_density_filter_demonstration.jpg


Größer wäre das Problem nun, wenn die Filter in diesen Netzwerken absichtlich nach politischen Interessen geschaltet wären. Vor kurzem bewies Facebook, dass es die Technologie für eine inhaltliche Filterung der Streams bereits hat: In einem psychologischen Test hatte man bei 100.000 ahnungslosen Nutzern positive oder negative Meldungen herausgefiltert und die Reaktion darauf gemessen. Gemerkt hat anscheinend niemand etwas davon.

Eine politische Filterblase wirkt weiter als Zensur, da sie sich verstärkend in verschiedene Bereiche fortsetzt: Angenommen, regierungskritische Meinungen werden in den persönlichen Streams von Facebook oder Twitter über Algorithmen reduziert, bestätigende Meinungen werden dagegen verstärkt. Für Journalisten würde sich das an drei Stellen auswirken: Unsere Wahrnehmung von Öffentlichkeit wird verzerrt, die Texte, die wir dann schreiben, verstärken diese Sichtweise auch in den ungefilterten Medien. Und schließlich werden die kritischen Journalisten in den Netzen unsichtbarer, was sie möglicherweise auch ökonomisch schwächt. Das perfide an der Methode wäre aber sicherlich, dass bei mäßiger Filterung bzw. Verstärkung niemand etwas von diesem Einfluss merken würde.

"Can we be friends?"

Aus der Sicht einer Regierung ist dieses Vorgehen in einer Krise oder während eines Krieges verlockend. Die innere ethische Perspektive wäre: Warum nicht unauffällig auf die Meinungsbildung im Ausland einwirken, wenn sich dadurch Kriege und Tote vermeiden lassen. Der Twitter-Gründer Biz Stone erzählte bereits 2011 von einem verstärkten Interesse des amerikanischen Außenministeriums an seinem Dienst. Die wollten plötzliche beste Freunde mit ihm sein: "Oh wow, we were trying to get this done with AK-47s and you guys got it done with Tweets. Can we be friends?"

Auch in den letzten Wochen gab es wieder zwei Meldungen, die das Interesse an dieser Form des Einflusses verdeutlichen:

  • Der englische Geheimdienst GCHQ hat ein Tool, um Online-Umfragen gezielt zu ändern und damit in den Prozess der Meinungsbildung einzugreifen
  • Eine russische Firma mit 600 Mitarbeitern hat während der Ukraine-Krise gezielt Diskussionsforen von deutschen Medien mit prorussischen Fake-Beiträgen geflutet

Man kann von Glück reden, dass deutsche Journalisten während der Ukraine-Krise nicht alle bei dem russischen Facebook-Klon vk.com organisiert waren. Erst im Frühjahr war der Gründer des Social-Media-Netzwerks vermutlich aus politischen Gründen aus der Firma geworfen worden und durch putinfreundliche Manager ersetzt worden. Dann hätte Putin zumindest in der Theorie einen leichteren Weg gehabt, um die deutsche Presse zu beeinflussen. Vom chinesischen Weibo gar nicht zu reden, wo politische Zensur und Filterung schon lange üblich ist.

Radio_-_Keep_It_Free.gif Und die amerikanischen Dienste? Vorerst gibt es ganz klar keine Belege für einen Einfluss der amerikanischen Regierung auf die Filter von Facebook, Twitter und Google. Kritische Journalisten sollten diese mögliche Gefahr jedoch nicht vergessen, wenn sie ihre Werkzeuge für die Zukunft wählen. Je nachdem, wie politisch die eigene Arbeit ist und wie stark man Social-Media als Ideengeber, Recherchetool und Publikationskanal verwendet, wäre ein solcher Filter ein ziemliches Problem für unabhängige Berichterstattung. Eine starke Skepsis gegen die Streamzusammenstellung wäre im Krisenfall sicher angebracht.

100% filterfrei

Zusätzlich sollte man vielleicht doch öfter mal darüber nachdenken, ob es so toll ist, dass wir die Filterung unseres digitalen Lebens zwei bis drei Konzernen anvertraut haben, ohne kontrollieren zu können, wie ihre Algorithmen unser Weltbild und das unserer Leser prägen. Wer wegen der fehlenden Privatsphäre oder der Massenüberwachung ohnehin nach Alternativen sucht, hat nun einen weiteren Grund für den Umstieg: dezentrale Open-Source-Netzwerke sind immer transparent in ihrer Filterung bzw. bilden den Stream in der Grundeinstellung zu 100% ab. Das wäre auch für die journalistische Arbeit besser.

Damit sind wir aber wieder beim alten Diaspora-Problem: Schon bei den letzten Facebook-Kritikwellen gab es dezentrale Netze, die sich aber nicht durchsetzen konnten: Ist auch logisch: Was soll man in einem dünn besiedelten Netzwerk, wenn alle Freunde und Kollegen bei Facebook bleiben? Ich weiß, dass es schwer ist, dagegen ein Argument vorzubringen: Wir hängen nicht an Facebook, sondern an unseren sozialen Kontakten, das ist nur menschlich. Aber ein Argument habe ich: Wer keine Alternativen anbietet, verhindert jede Änderung. Wer Freunden und Kollegen dagegen zusätzlich ein oder zwei alternative Netzwerke anbietet, ermöglicht, dass sich ein besseres System etabliert.

Dezentrale Alternativen gibt es genug: Friendica und Diaspora sind zwar keine Usability-Raketen, aber gut funktionierende Alternativen für Facebook. Für beide gibt es offene Server, auf denen man sich kostenlos anmelden kann (Friendica, Diaspora). Auch für den Twitter-Ersatz Pump.io gibt es offene Server. Ich nutze alle drei Dienste seit über einem Jahr ohne Probleme.
Wer schonmal eine eigene Website per FTP gepflegt hat, kann hingegen in die nächste Wissensstufe vorrücken und mit dieser einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitung per SSH einen eigenen Friendica-Server bei dem Hoster Uberspace installieren. Das ist schneller erledigt als eine Wordpress-Installation und bietet Platz für mindestens 20 Kollegen. Und eröffnet nebenbei auch die Möglichkeit für eine eigene Cloud. Wer experimentieren will, dem empfehle ich dagegen das neue Red Matrix. Ein Social-Media-Netzwerk, bei dem die eigenen Daten immer nomadisch und verschlüsselt auf verschiedene Server verteilt werden, so dass man nicht von einem Betreiber abhängig ist.

Und auch beim Lesen von Nachrichten kann man sich einfach aus der Filterblase befreien: Im Unterschied zum Konsum von Nachrichten per Facebook-Abonnement sind die guten alten Feedreader 100% filterfrei. Sie sind bereits in den meisten Browsern, Emailprogrammen und auch bei Friendica eingebaut. Und für jedes Handy als App zu bekommen.

Bildrechte: "Neutral density filter demonstration" by Robert Emperley from Strasbourg, Alsace, France - silver falls 21Uploaded by NotFromUtrecht. Licensed under CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons.

Veröffentlicht am 23. Jul. 2014. in [/Journalismus/Nachrichten] Kommentare: 1


David Firth macht seit zehn Jahren Web-Comics

Zehn Jahre Salad Fingers

salad_fingers.PNG Happy Birthday Salad Fingers: Vor zehn Jahren erschien die erste Folge von David Firths postapokalyptischem Flashcomic "Saladfingers" auf Newgrounds.com. Mit der eigenwilligen Figur, die Finger aus Salat hat und nach dem "Großen Krieg" in Einsamkeit in einer leeren Hütte auf einer nebligen Ebene wohnt, sich mit Handpuppen unterhält und albtraumartige Begegnungen mit allem erlebt, was das Unterbewusstsein an Schrecken bereithält, wurde der junge Künstler im Internet berühmt, noch lange bevor es Youtube gab. Mittlerweile zeichnet er verschiedene andere Comics die schrill und poppig, aber nicht minder absurd sind, teilweise auch für die BBC. Doch mit etwa 60 Millionen Abrufen bei Youtube und Newsground übertrifft an Popularität nichts den schwer fassbaren Saladfinger-Kosmos und seine manchmal pupertäre, manchmal tiefsinnige Auseinandersetzung mit den existentiellen Ängsten des Lebens. Erst letztes Jahr wurde die Serie um eine ausführliche zehnte Folge ergänzt: Hubert Cumberdale's Birthday ... und so wünsche ich dem bemerkenswert kreativen David Firth ebenfalls von Herzen einen texturlosen Birthday Stick aus dem All mit einem Hut aus der Haut des schlaffen Schlummerburschen Milford Cubicle.

Veröffentlicht am 03. Jul. 2014. in [/Kunst/Multimedia] Kommentare: 0


Eine liebevoll gestaltete Tonspur

Sound Design in Multimedia-Produktionen

Ton - das kann man nicht oft genug sagen - wird bei vielen Multimedia-Produktionen vernachlässigt. In diesem Trailer von dem französischen Dokumentarfilmer Seb Montaz sieht man sehr schön, wie beeindruckend eine Produktion wird, wenn man neben der passenden Musik und guten O-Tönen auch noch ein wenig Zeit für Sounddesign aufbringt. Originalgeräusche (Regen, Klingeln der Karabiner und Windgeräusche) wurden vom Originalmaterial entfernt und verfremdet und an anderen passenden Stellen eingespielt. Außerdem hat der Sounddesigner einige schöne Tonakzente mit synthetischen Geräuschen oder Archivaufnahmen gesetzt: Bei den Sprüngen mit Regenschirm und über dem See hört man ein tiefes Pfeifen und eine Art Becken, beim Leuchtturm ein "Swoosh", Gewittergeräusche bei den Wolken und ein Rasseln, als der Protagonist gegen Ende in die Slackline fällt. Alles hilft mit, das Gefühl der Bewegung, die Anspannung und die Bedrohung der Natur an den Rezipienten zu vermitteln.
Wer sich mehr für Toneffekte im Film interessierte, dem sei übrigens diese großartige, wissenschaftliche Aufarbeitung von Toneffekten im amerikanischen Mainstream-Film empfohlen: Barbara Flückiger: Sound Design.

Veröffentlicht am 07. May. 2014. in [/Journalismus/Theorie] Kommentare: 0




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