Literaturwissenschaftlich ist es ja sehr wichtig, den Erzähler vom Autor zu trennen, aber in der Praxis ist das manchmal sehr schwierig: Zum Beispiel letzte Woche auf dem Reporter-Workshop in Hamburg sollte ich eine Audio-Slideshow über die Veranstaltung machen und gleichzeitig einen Vortrag halten und es war wirklich nicht leicht, sich während des Vortrags selbst zu fotografieren. Also, ich geb sogar offen zu, dass schließlich Kollege Simon Kremer einsprang.
Das Ergebnis meiner (unserer?) Berichterstattung kann man sich nun auf der Website des Reporterforums ansehen, dort finden sich auch die MP3-Dateien aus dem Vortrag von Jens Radü und mir über die Webreportage.
Es war meine erste Audio-Slideshow mit einem Ich-Erzähler. Das war sehr ungewohnt, weil ich wie früher wieder sehr viel mit dem Stift gearbeitet habe, um Beobachtungen und Interviews festzuhalten. Die auktoriale Macht in dieser Form ist erstaunlich, man kann sehr viele gefühlte oder beobachtete Informationen einbringen. Erschreckend ist die Verantwortung die man trägt: Hat man alles richtig verstanden? Tut man jemandem Unrecht mit einem Kommentar? Trügt das Bild?
Leider war es eine Vorgabe, so viele O-Töne in der Slideshow zu haben. Sie geben zwar einen sehr guten auditiven Eindruck von den Personen, lenken aber auch den Erzählstrang ab. Mir hätte es besser gefallen, größtenteils selbst durch die Geschichte zu führen, denn dadurch kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren und Ereignisse raffen. Aber trotzdem: Diese Form hat ein unglaubliches Potential. Ich hoffe wirklich, dass ich sie in Zukunft mehr einsetzen kann.
Veröffentlicht am 01. Jun. 2010. in [/Eigene_Projekte]
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Meine neuestes Audio-Slideshow ist gestern bei sueddeutsche.de erschienen: Budenzauber. Der Schichtl ist ein 140 Jahre altes Kurisitäten-Varieté, das alle zwanzig Minuten die "Enthauptung einer lebendigen Person mittels Guillotine" inszeniert. In München kennt jeder den Schichtl, deshalb habe ich mich auf die Schausteller und den Blick hinter die Kulissen konzentriert. Den Kommentar in feinstem bayrisch und wie gewohnt mit den flachesten Kalauern lieferte der Chef der Truppe, Manfred Schauer. Eine ruhige Schausteller-Reportage hätte ich zwar auch gerne gemacht - und einige Bilder erzählen diese andere Geschichte und diese spezielle Stimmung hinter der Bühne - aber letztlich habe ich mich dann doch dafür entschieden, dem bewährten Sprücheklopfer Schauer das Kommentieren der Fotos zu überlassen. Viel Spaß damit - falls ihr ihn versteht.
Veröffentlicht am 04. Oct. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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Schon vor einiger Zeit ist bei sueddeutsche.de meine Audio-Slideshow über einen Münchner Biergartenwirt erschienen: Stephan Gloxhuber erzählt darin (überaschenderweise mit eindeutig norddeutschem Akzent) über die von ihm betriebene Max-Emanuel-Brauerei. Diese ist zwar schon seit langem keine Brauerei mehr, bietet aber mitten in Schwabing einen kleinen und beliebten Biertgarten.
Veröffentlicht am 16. Sep. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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Das französische Ehepaar Laporte stellt seit 40 Jahren in Handarbeit Pralinen her. Vor ein paar Wochen habe ich die beiden in der Münchner Innenstadt in ihrem kleine Laden besucht, unter anderem auch, weil ich wissen wollte, wie und warum Yves Laporte in seiner Freizeit riesige Kirchen aus Zuckerwürfeln baut. Jetzt ist das Portrait in der Reihe "Münchner Köpfe" bei sueddeutsche.de erschienen.
Veröffentlicht am 08. Jul. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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In München gibt es eine lobenswerte Einrichtung: BISS ist ein Obdachlosen-Magazin, dass von Obdachlosen oder anderen Menschen in Not verkauft wird und deren Lebensunterhalt finanziert. Meine letzte Audio-Slideshow portraitiert den BISS-Verkäufer Tibor Adamec, der bereits seit etlichen Jahren im Marienplatz Untergeschoss steht und das Magazin verkauft. Überraschendes Detail: Der alte Mann ist mit über 70 Jahren noch ein aktiver Marathonläufer.
Veröffentlicht am 27. May. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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Seit heute ist eine weitere Audio-Slideshow von mir bei sueddeutsche.de online: Darin beschreibt Isi Yilmaz seine kleine liberale Kneipe im Glockenbachkviertel, die in München vor allem bei Musikern und Künstlern gut ankommt. Ein paar Details seiner Schilderung, z.B. über die Bummsgriffe in den Toiletten oder seine Ansicht über den Nutzen von Lollipops waren der Süddeutschen allerdings zu derb und ich musste sie rausschneiden. Weil der Rufposten aber nicht von prüden Abonnenten abhängig ist, gibt es bei mir natürlich die unzensierte Version: Außen Puff, innen die Hölle.
Ich bin übrigens selbst großer Fan von der Kneipe, weil sie ein ganz eigentümliches Karma hat, so wie es Isi auch beschreibt. Für die Portraits aus der Kneipe, die alle ohne Blitz gemacht sind, habe ich zwei Abende in der Kneipe verbracht: Ich war erst zufrieden, als ich das Gefühl hatte, dass diese Stimmung auf den Bildern zum Ausdruck kommt. Ich hoffe das ist mir gelungen!
Update: Ich wurde für diese Audio-Slideshow im Dezember 2009 mit dem Deutschen Reporterpreis, Kategorie "Beste Webreportage" ausgezeichnet.
Veröffentlicht am 11. Mar. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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Meine letzte Audio-Slideshow porträtiert Münchens kleinste Brauerei, die in Giesing in einer Hinterhof-Garage untergebracht ist. Die Arbeit mit Flo und Steffen war nett, ich stand immer in einem Zentimeter Bierlache, durfte warme Maische probieren und natürlich auch leckere, hefige Biere.
Veröffentlicht am 04. Feb. 2009. in [/Eigene_Projekte]
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